Hohe Energiekosten

Die deutschen Papierfabriken stehen mit Rücken zur Wand. Die hohen Energiekosten zwingen sie zu Produktionsanpassungen. Laut einer Umfrage erwägt gut die Hälfte der Fabriken die Einführung von Kurzarbeit. Auch Betriebsschließungen stehen im Raum.

Papierindustrie: Erst Kurzarbeit, dann Betriebsschließungen?


54,3 Prozent der deutschen Papierfabriken halten in absehbarer Zeit Kurzarbeit für möglich. Das hat eine Mitgliederbefragung des Branchenverbandes Die Papierindustrie ergeben. „Viele Unternehmen können die explodierenden Energiekosten nicht mehr an die Kunden weitergeben, ihnen bleibt im Zweifel nur noch die Drosselung der Produktion“, erklärte der Präsident des Verbandes, Winfried Schaur. Seit Mai verzeichne die Branche einen Produktionsrückgang von 12,5 Prozent.

Schaur warnte auch vor Betriebsschließungen. „Falls es nicht gelingt, die Energiepreise wieder auf ein vertretbares Niveau zu bringen, werden Investitionsentscheidungen gegen den Standort Deutschland fallen.“ Laut Schaur wird das Energiekostendämpfungsprogramm der Bundesregierung bei der Papierindustrie „nicht bis kaum“ ankommen. Im harten internationalen Wettbewerb führten die Energiekosten unwillkürlich zu einer Benachteiligung deutscher Produzenten.


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Falls nicht bald gehandelt wird, würden die strukturellen Nachteile der deutschen Energieversorgung die Industrie über Jahre begleiten, warnt Schaur. Er forderte die Bundesregierung auf, das Energieangebot mit allen verfügbaren und erschließbaren Quellen zu erhöhen. Auch dürften keine Grundlastkapazitäten mehr abgeschaltet werden, bevor echte Alternativen am Netz sind. Die Bundesregierung könne die Energiewende bei entsprechendem Handeln zu einem „Show-case“ für Europa und die ganze Welt machen.

320°/re

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