Absichtserklärungen

Nach ersten positiven Erfahrungen will der Hausgerätehersteller Miele die Verwendung von grünem Stahl ausbauen. Der Konzern hat dafür Absichtserklärungen mit verschiedenen Stahlherstellern unterzeichnet. Doch größere Mengen lassen noch auf sich warten.

Miele setzt langfristig auf grünen Stahl


Die Miele Gruppe baut den Einsatz von grünem Stahl weiter aus. Das Unternehmen hat dafür mit Thyssenkrupp Steel Europe, Salzgitter und H2 Green Steel Absichtserklärungen zur Belieferung von CO2-armen Stahl unterzeichnet. Erste Erfahrungen hat der Hausgerätehersteller bereits gesammelt: Seit November 2021 verbaut Miele grünen Stahl in seinen Backöfen. Für die Herstellung des CO2-armen Stahls werden klimafreundliche Energieträger und Stahlschrott verwendet, wodurch die CO2-Emissionen den Angaben zufolge um mehr als 66 Prozent verringert werden.

Nach den ersten positiven Erfahrungen ist nun die Abnahme größerer Mengen geplant. „Gerne würden wir auch bereits jetzt mehr grünen Stahl beziehen, allerdings ist dies aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit im Moment noch nicht möglich“, erklärt Hans Krug, Senior Vice President Procurement der Miele Gruppe. „Unser Anspruch ist, den Kundinnen und Kunden die besten Produkte und Services mit den geringstmöglichen Auswirkungen auf die Umwelt zu bieten – und dies möglichst vollständig CO2-neutral.“

Bis zu 95 Prozent weniger CO2

Um den flächendeckenden Einsatz von grünem Stahl langfristig abzusichern, hat Miele in den vergangenen Monaten mehrere Absichtserklärungen zur Abnahme von CO2-armen Stahl unterzeichnet – unter anderem im Oktober mit der Salzgitter AG. Ab Ende 2025 soll Miele ersten grünen Stahl erhalten, der im Rahmen des SALCOS-Programms produziert und geliefert wird. Perspektivisch sollen bei dem Projekt Wasserstoff und Strom aus regenerativen Quellen den bisher zur Stahlherstellung benötigten Kohlenstoff komplett ersetzen und somit die CO2-Emissionen in der Stahlerzeugung um über 95 Prozent senken.

Ebenfalls im Oktober unterzeichnete Miele mit thyssenkrupp Steel Europe eine Absichtserklärung für die Lieferung von klimafreundlichem Stahl aus der Direktreduktionsanlage, die 2026 am Standort Duisburg starten soll. Diese soll mit einer Kapazität von über zwei Millionen Tonnen den CO2-Ausstoß von Thyssenkrupp Steel um mehr als 20 Prozent senken. Nach Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2026 wird thyssenkrupp Steel Miele mit klimafreundlichem bluemint Steel beliefern.

Bereits im Mai unterzeichnete Miele eine ähnliche Erklärung mit dem Unternehmen H2 Green Steel für dessen Anlage im schwedischen Boden, die ab 2030 jährlich fünf Millionen Tonnen grünen Stahl produzieren soll.


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Im vergangenen Jahr hatte Miele rund 1,74 Millionen Tonnen CO2 aus eingekauften Gütern und Dienstleistungen verbucht. Den größten Anteil daran hatte Stahl. „Deshalb ist die langfristige Planungssicherheit und Belieferung von grünem Stahl für uns von großer strategischer Bedeutung“, erklärt Krug.

Insgesamt beläuft sich der Anteil der CO2-Emissionen aus den eingekauften Gütern und Dienstleistungen an den gesamten CO2-Emissionen auf 14 Prozent. Ganz oben stehen die CO2-Emissionen in den Verbräuchen in der Nutzungsphase, die auf einen Anteil von 84 Prozent kommen.

Für die Umsetzung des Nachhaltigkeitskonzept im Einkauf wurde Miele jüngst mit dem zweiten Preis beim Sustainability Award der Beratungsgesellschaft PwC ausgezeichnet. Der Konzern unterhält acht Produktionsstandorte in Deutschland, je ein Werk in Österreich, Tschechien, China, Rumänien und Polen sowie die zwei Werke der italienischen Medizintechnik-Tochter Steelco Group. Im vergangenen Jahr kam Miele auf einen Umsatz von rund 4,84 Milliarden Euro.

320°/re

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