Erhebung für Deutschland

Wenn es um die Circular Economy geht, zeigt Deutschland Gründergeist. In keinem anderen Land in Europa entstehen mehr Start-ups für die Kreislaufwirtschaft als hierzulande. Die meisten beschäftigten sich mit der Herstellung von Rezyklaten.

171 Start-ups für die Circular Economy


Wer als Start-up für die Circular-Economy gelten will, muss die Kreislaufwirtschaft zum Geschäftsmodell machen. Das kann bedeuten, dass ein Unternehmen Produkte aus recycelten Materialien herstellt oder Materialien aus Produkten zurückgewinnt. Oder eine Firma bietet „Product-as-a-Service” als Dienstleistung an. Auch Dienstleistungen aus den Bereichen Sharing Economy und zur Verlängerung der Produktdauer zählen dazu. Nicht zuletzt gehören auch Plattform-Betreiber für den Handel mit Recyclingmaterialien dazu.

Wie viele es davon in Deutschland gibt, hat das Gründungszentrum UnternehmerTUM veröffentlicht. Das Gründungszentrum, das 2002 von der BMW-Erbin Susanne Klatten gegründet wurde und seinen Sitz in Garching bei München hat, hat zu Beginn des Jahres die Initiative „Circular Republic“ ins Leben gerufen. Von dieser Initiative gibt es nun erstmals eine „Start-up Landkarte“ für den Bereich Circular Economy, auf der sich insgesamt 171 Start-ups tummeln.

Die meisten der Start-ups stellen Produkte aus nachwachsenden oder recycelten Materialien her, erklärt die Initiative. Sie machten etwa ein Drittel aus. Dahinter folgten Start-ups mit Technologielösungen oder Dienstleistungen für Kreislaufprozesse sowie Jungunternehmen, die auf die Rückgewinnung von Materialien setzen. As-a-Service-Geschäftsmodelle stellen bislang noch eine Minderheit dar. 

Hoher Frauenanteil

Die meisten Start-ups in Deutschland haben ihren Standort in München (49 Firmen). Dahinter folgen Berlin (45 Start-ups) und die Rhein-Ruhr Region mit 18 Start-ups. Vergleichsweise hoch ist dabei der Anteil der weiblichen Gründer.

„Üblicherweise liegt der Anteil von weiblichen Gründenden von Start-ups bei nur etwa 20 Prozent“, erklärt die Initiative. „Demgegenüber kann bei Start-ups im Bereich Circular Economy eine 50 Prozent höhere Gründungsaktivität von Frauen festgestellt werden.“ Dies gelte insbesondere für Start-ups, die in den Bereichen Rückgewinnung von Materialien und Einsatz von nachwachsenden oder recycelten Wertstoffen tätig sind – dort sei fast die Hälfte aller Gründer weiblich.


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Weltweit wurden im vergangenen Jahr rund 5,4 Milliarden US-Dollar in Start-ups der Circular Economy investiert. Die Investments seien insbesondere in den vergangenen beiden Jahren stark angestiegen, erklärt die Initiative. Dabei nehme die Höhe der Investitionen pro Start-up im Laufe der Finanzierungsrunden deutlich zu, was ein Indiz für erfolgreiche Investments über einen längeren Zeitraum hinweg sei. Das meiste Geld fließe in Jungunternehmen mit As-a-Service-Geschäftsmodellen und Sharing-Plattformen, speziell in jene, die dem Mobilitätssektor zugeordnet werden können.

320°/re

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