Konjunktur
Großaufträge haben der deutschen Industrie ein weiteres Auftragsplus beschert. Doch nicht alle Branchen konnten profitieren. Der Maschinen- und Anlagenbau verbucht für Februar ein Minus.
Auftragsplus für Industrie – aber noch keine Trendwende
Die Industrie in Deutschland verbucht zum dritten Mal in Folge ein Plus im Auftragseingang. Im Februar erhöhte sich das preisbereinigte Volumen um 4,8 Prozent gegenüber Januar, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Dazu trugen vor allem Großaufträge für Schiffe, Flugzeuge und Militärfahrzeuge bei. In diesem Bereich gab es ein Auftragsplus von 55,9 Prozent im Vergleich zum Januar.
Erneute Zuwächse gab es auch in der Autoindustrie, der Metallerzeugung sowie der Chemiebranche. Andere Industriebereiche, wie etwa der Maschinen- und Anlagenbau, verzeichnen weiter eine Auftragsflaute. Nach Angaben des Branchenverbands VDMA lagen die Auftragseingänge im Februar real um 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. „Der Rückgang erklärt sich insbesondere dadurch, dass die wirtschaftliche Lage unverändert von zahlreichen Herausforderungen geprägt ist, was bei vielen Investoren Zurückhaltung hervorruft“, erklärt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. Außerdem habe es im Vorjahresmonat besonders viele Bestellungen gegeben.
„Zumindest ein Hoffnungsschimmer“
Das Wirtschaftsministerium spricht mit Blick auf die übergreifenden Zahlen von einer „konjunkturellen Erholung“. „Die Auftragseingänge befinden sich in vielen Branchen der deutschen Industrie weiter auf Erholungskurs“, heißt es aus dem Ministerium.
„Der aktuelle Zuwachs bei den Bestellungen ist zumindest ein Hoffnungsschimmer“, meint Jupp Zenzen, Konjunkturexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Angesichts der gebremsten Weltkonjunktur sowie hoher Kostensteigerungen und eines steigenden Zinsniveaus sei dies aber noch kein Selbstläufer.
Auch Commerzbank-Analyst Ralph Solveen sprach von einer positiven Überraschung aus der deutschen Industrie. Es sei aber zu früh, von einer Wende nach oben zu sprechen: „Dies dürfte kaum der Beginn einer längerfristigen Belebung der Konjunktur sein“, sagt er.


