Ladenschließungen
Nach Corona kam die Inflation und damit ein verändertes Konsumverhalten. Die Folge: Viele Unverpackt-Läden sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im vergangenen Jahr mussten bereits etliche schließen. Der Branchenverband gibt sich dennoch zuversichtlich.
Schwierige Zeiten für Unverpackt-Läden
Die Unverpackt-Läden in Deutschland stecken wegen steigender Lebensmittelpreise und eines veränderten Konsumverhaltens in der Krise. Etliche Läden mussten im vergangenen Jahr aufgeben. Rund 270 Geschäfte gibt es nach Zahlen des Verbands der Unverpackt-Läden zurzeit in Deutschland – etwa 70 weniger als noch Anfang 2022.
So steht zum Beispiel der Nürnberger Laden „ZeroHero“ vor dem Aus. „Aus eigener Kraft schaffen wir das nicht mehr. Das ist finanziell nicht möglich“, sagt Geschäftsführer Arthur Koenig. Die Probleme fingen mit der Corona-Krise an, erklärt er. In der Zeit hätten sich die Menschen daran gewöhnt, schnell einkaufen zu gehen – oder online. „Der Einkauf im Unverpackt-Laden dauert natürlich länger.“
Zudem kauften viele Menschen zurzeit sehr preisbewusst ein, sagt die Nachhaltigkeitsexpertin Petra Süptitz vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK. Nachhaltige Produkte seien ihnen zwar nach wie vor wichtig. „Sie kaufen diese aber nicht mehr im Fachhandel, sondern im Discounter oder als Handelsmarken.“
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Die Unverpackt-Idee hält die Expertin trotzdem nicht für gescheitert. „Die Unverpackt-Läden treffen vom Grundkonzept den Nerv der Zeit. Es ist eher eine Frage, wie man es richtig macht und seine Kundschaft begeistert.“ Auch beim Verband der Unverpackt-Läden blickt man optimistisch in die Zukunft: 115 neue Läden sind demnach gerade in Planung.
Ein Opfer der Inflation wurde jüngst auch die Bio-Supermarktkette Basic. Weil viele Menschen angesichts der hohen Preise sparen mussten, gingen sie weniger in Bio-Supermärkte und stattdessen zu Discountern. Das Unternehmen mit Hauptsitz in München musste Mitte Dezember Insolvenz anmelden.
Seit vergangene Woche hat die Supermarktkette wieder eine Perspektive. Am Donnerstag gab der Lebensmittelhändler Tegut bekannt, die meisten Basic-Filialen zu übernehmen. Mit Ausnahme der Filiale im bayerischen Rosenheim würden alle anderen 19 Standorte in Bayern, Baden-Württemberg und im Rhein-Main-Gebiet übernnnommen, teilte Tegut mit. Bei Basic arbeiten rund 500 Beschäftigte.

