Urbane Transformation

Im August geht es wieder los. Dann startet die Bewerbungsphase für Unternehmen und Organisationen, um ihre Ideen für zirkuläre Lösungen auf kommunaler Ebene präsentieren zu können. Sie sollen Städte bei der Transformation zur Circular Economy unterstützen.

Circular City Challenge startet in zweite Runde


Zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Deutschland noch ein Land mit kleinen, eng verbundenen Gemeinschaften, die von landwirtschaftlichen Tätigkeiten geprägt waren. Doch dann begann die Urbanisierung. Mit der Einführung von Industrie und neuen Produktionsmethoden zogen viele Menschen aus ländlichen Gebieten in die aufstrebenden städtischen Zentren, um dort Arbeit zu finden. Besonders in den Regionen mit Kohle- und Stahlindustrie, wie dem Ruhrgebiet, entstanden große Industriestädte wie Essen, Dortmund und Duisburg. Die Bevölkerungszahl in den Städten wuchs rapide an, die Urbanisierung nahm Fahrt auf.

Der Trend setzte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts fort, wobei auch andere Faktoren wie technologischer Fortschritt, Wirtschaftswachstum und soziale Veränderungen zur verstärkten Urbanisierung beitrugen. Im Jahr 1950 lebten bereits rund 68 Prozent der deutschen Bevölkerung in Städten. Im Jahr 2020 waren es gut 76 Prozent und in Zukunft dürften die Quote noch weiter steigen – laut Prognosen auf über 84 Prozent im Jahr 2050.

Mit der Urbanisierung sind auch die Herausforderungen gewachsen. Die steigende Bevölkerungsdichte in den Städten hat zu Wohnraummangel geführt, was zu einer enormen Nachfrage und steigenden Preisen für Immobilien geführt hat. Die Verkehrsinfrastruktur muss mit dem rapiden Wachstum Schritt halten, um den täglichen Pendelverkehr zu bewältigen. Zudem müssen ökologische Aspekte berücksichtigt werden, um den Klimawandel einzudämmen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

 „Aktuell sind die Städte der größte Produzent von Abfall und Verschwendung“, erklärt Dina Padalkina von Circular Berlin. In ihnen fielen 50 Prozent des globalen Abfallaufkommens und 70 Prozent der Treibhausgase an. „Die Frage, wie wir in Zukunft leben werden, entscheidet sich in der urbanen Transformation“, sagt Padalkina. „Eine besondere Schlüsselfunktion kommt hierbei der Circular Economy zu.“

Kommunen wählen ihre Favoriten aus

Die Lösungen dazu sind oft schon vorhanden. Um sie sichtbarer zu machen, haben die Initiativen Circular Berlin, Circular Munich, Materialkreislauf, Circonnact und Creative Climate Cities und FabCity Hamburg das Projekt „Circular City Challenge“ ins Leben gerufen. Das Projekt fördert die Umsetzung von zirkulären Lösungen in Städten, Bezirken und auf Quartiersebene.

„Gemeinsam definieren die kommunalen Partner, für welche Herausforderungen Lösungen aus der Kreislaufwirtschaft erforderlich sind, um die eigenen kommunalen Klimaziele zu erreichen“, erklären die Initiatoren. „Anschließend werden Initiativen und Unternehmen aufgerufen, ihre bereits existierenden Lösungen für eine Umsetzung in den teilnehmenden Städten vorzustellen. Die kommunalen Partner wählen aus den für ihr Aufgabenfeld relevanten Anbietern ihre Favoriten aus, um gemeinsam die nächsten Schritte zur Umsetzung zu identifizieren.“

„Mich hat an der Circular City Challenge besonders die Dynamik und die übergreifende Zusammenarbeit begeistert“, berichtet Eva Kellner, Klimaschutzmanagerin in der Gemeinde Straßlach-Dingharting im Landkreis München. „Für unsere kleine Gemeinde stellt der Input aus der vielfältigen Challenge eine Motivation im alltäglichen Arbeitsrhythmus zum Thema Kreislaufwirtschaft dar”, sagt sie.

Der Zeitplan

Der Zeitplan für die nächste Circular City Challenge sieht die Bewerbungsphase für zirkuläre Lösungsansätze für den Zeitraum 1. August bis 1. Oktober 2023 vor. Danach folgt die Bewertung der eingereichten Lösungen und Projekte und am 23. November das sogenannte Matchmaking zwischen den Bewerbenden und den kommunalen Partnern.

Zwischen Dezember 2023 und Ende 2024 erfolgt die Umsetzung der Matches und das Mentoring durch kommunale Partner. Auch Workshops, Trainings und Austauschformate innerhalb der Challenge fallen in diesen Zeitraum. Den Abschluss bilden dann lokale Veranstaltungen, die von April bis Mai 2024 stattfinden werden.


Link zu weiterführenden Informationen:

320°/sr

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