EU-Mission „Städte“

Als erste deutsche Stadt hat Mannheim das EU-Label für klimaneutrale und intelligente Städte erhalten. Die Auszeichnung würdigt die Entwicklung von Klimaschutzkonzepten. Das jüngste Klimaprojekt der Stadt: eine Flusswärmepumpe.

Mannheim erhält EU-Label für klimaneutrale und intelligente Städte


Mannheim hat einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität erreicht. Als erste deutsche Stadt wurde sie mit dem EU-Label für klimaneutrale und intelligente Städte ausgezeichnet. Das Label würdigt die Entwicklung von Klimaschutzkonzepten der Städte, die eine Gesamtstrategie zur Erreichung der Klimaneutralität skizzieren und einen Aktionsplan sowie eine Investitionsstrategie enthalten. Das EU-Label soll den Zugang zu europäischen, nationalen und regionalen Fördermitteln und Finanzierungsquellen, insbesondere privaten Investitionen, erleichtern.

Die Auszeichnung wurde am Donnerstag in Mannheim von Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) überreicht. Neben Mannheim wurden auch Cluj-Napoca (Rumänien), Klagenfurt (Österreich), Sønderborg (Dänemark), Stockholm (Schweden), Madrid, Valencia, Valladolid, Vitoria-Gasteiz und Zaragoza (Spanien) ausgezeichnet.

Die EU-Mission „Städte“ unterstützt europäische Städte dabei, klimaneutral zu werden. Im April 2022 wurden 100 Städte in der EU und 12 Städte in den mit „Horizon Europe“ assoziierten Ländern ausgewählt. Sie alle streben an, bis 2030 klimaneutral zu werden und innovative sektorübergreifende Ansätze zu erproben. Die Städte dienen als Experimentier- und Innovationszentren, um alle europäischen Städte bis 2050 klimaneutral zu machen.

 81 Maßnahmen

Städte sind für 70 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich und haben einen Anteil von über 65 Prozent am weltweiten Energieverbrauch. Die Maßnahmen der Städte sind daher von entscheidender Bedeutung für den Klimaschutz. Sie sollen dazu beitragen, die Bemühungen zu beschleunigen, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen und die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent zu reduzieren.

Mannheim hat bereits mehrere Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität unternommen. Ein zentraler Schritt war die Verabschiedung des Klimaschutz-Aktionsplans 2030 durch den Gemeinderat im November 2022. Der Aktionsplan dient als Strategiedokument auf dem Weg zur Klimaneutralität in Mannheim und umfasst Zielvorstellungen und Handlungsfelder für die Verwaltung sowie für die gesamte Stadtgesellschaft, einschließlich Unternehmen und Bürgerschaft.

Der Klimaschutz-Aktionsplan 2030 bündelt 81 Maßnahmen in acht Handlungsfeldern, darunter Energieproduktion, Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Flächennutzung, grün-blaue Infrastrukturen und Mobilität. Die Maßnahmen wurden von Wissenschaftlern, Bürgern und der Verwaltung gemeinsam erarbeitet und mit dem Gemeinderat abgestimmt.

Zu den konkreten Maßnahmen gehören beispielsweise der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen und die Entsiegelung von Flächen. Darüber hinaus hat sich die Stadt das Ziel gesetzt, ihren CO2-Ausstoß bis 2030 um rund 80 Prozent zu senken.

Jüngstes Projekt ist eine Flusswärmepumpe, die die Stadt vergangene Woche in Betrieb genommen hat. Das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Modellprojekt erzeugt 20 Megawatt thermische und 7 Megawatt elektrische Leistung, spart jährlich 10.000 Tonnen CO2 ein und kann 3.500 Haushalte mit Wärme versorgen.

320°/sr

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