Viele Schließungen

Hohe Inflationsraten, viele Krisen und eine flaue Konjunktur: Die Zeiten für Unverpackt-Läden sind schwierig. Immer mehr Läden schließen.

Zahl der Unverpackt-Läden weiter rückläufig


Die junge Branche der Unverpackt-Läden hat weiter zu kämpfen: Nach Angaben des Branchenverbandes haben in diesem Jahr bundesweit bereits 35 Läden geschlossen und nur 5 neu eröffnet. Im vergangenen Jahr hatten 70 Läden geschlossen, 44 waren neu hinzugekommen.

Derzeit gibt es bundesweit 275 Unverpackt-Läden, einschließlich der dem Verband angeschlossenen Filialen. 35 davon liegen in Niedersachsen. Die Sprecherin des Unverpackt-Bundesverbandes, Christine Holzmann, spricht dennoch von einer Erfolgsbilanz.

Branchenübergreifend würden 80 Prozent aller Neugründungen innerhalb der ersten fünf Jahre aus den unterschiedlichsten Gründen wieder aufgeben. Die meisten Unverpackt-Läden hätten in den Jahren 2019 und 2020 eröffnet und mit der Corona-Pandemie zu kämpfen gehabt. „Dennoch sind wir weit weg von 80 Prozent Schließungen und können damit eine Erfolgsbilanz feiern“, sagte Holzmann der Deutschen Presse-Agentur.

Teurer und aufwändiger

Unverpackt-Läden bieten ein Sortiment von Lebensmitteln und anderen Produkten an, die ohne Verpackung verkauft werden. Das Sortiment variiert von Laden zu Laden, aber typischerweise bieten Unverpackt-Läden eine große Auswahl an trockenen Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, Müsli, Gewürze und Hülsenfrüchte an. Auch frisches Obst und Gemüse, Brot, Milchprodukte und Fleisch können in einigen Läden unverpackt gekauft werden. Darüber hinaus bieten viele Geschäfte auch Haushalts- und Hygieneartikel wie Seife, Shampoo und Reinigungsmittel an.

Im Allgemeinen gelten die Produkte in Unverpackt-Läden als teurer. In Zeiten schwacher Konjunktur und hoher Inflationsraten scheinen viele Verbraucher auf andere Supermärkte und Discounter auszuweichen. Viele Verbraucher gehen auch spontan und schnell einkaufen und scheuen die Mühe, sich vorher einen Einkaufszettel zu machen und die notwendigen Behältnisse zusammenzustellen und mitzunehmen.

Dennoch scheint die Branche nicht zu resignieren. Nach Verbandsangaben sind immer noch rund 100 Projekte für Unverpackt-Läden in Planung.

320°/dpa/re

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