Statusbericht 2024

105 Milliarden Euro Umsatz, 310.000 Beschäftigte und eine Zirkularitätsrate von 12,7 Prozent. Die Kreislaufwirtschaft in Deutschland ist weiter gewachsen, wie ein aktueller Statusbericht zeigt. Auf dem Weltmarkt dagegen werden Deutschlands Anteile kleiner.

So ist die Kreislaufwirtschaft in Deutschland aktuell aufgestellt


Die Kreislaufwirtschaft in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter gewachsen. Wie aus dem aktuellen „Statusbericht zur deutschen Kreislaufwirtschaft 2024“ hervorgeht, erzielte die Kreislaufwirtschaft im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 105 Milliarden Euro. Im Jahr 2017 waren es noch 84,1 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 25 Prozent.

Auch die Zahl der Beschäftigten ist der Studie zufolge gestiegen. Demnach waren 2021 rund 310.000 Erwerbstätige in der Kreislaufwirtschaft tätig – rund 5 Prozent mehr als 2017 (295.360 Beschäftigte). Jeder Erwerbstätige hat somit einen durchschnittlichen Umsatz von 340.000 Euro und eine Bruttowertschöpfung von 106.000 Euro erzielt.

Die Anzahl der Unternehmen ist gegenüber 2017 in etwa gleichgeblieben. 2021 waren rund 10.000 Unternehmen tätig (2017: 10.700). Davon entfielen

  • rund 5.800 Betriebe auf die klassischen Marktsegmente „Abfallsammlung, -transport und Straßenreinigung“ sowie „Abfallbehandlung und -verwertung“.
  • knapp 1.200 Unternehmen auf das Marktsegment „Technik für die Abfallwirtschaft“ und
  • weitere 3.000 Unternehmen auf den „Großhandel mit Altmaterialien“.

„Exzellenter Ruf“

Die Abfallgesetzgebung habe in Deutschland frühzeitig zu technologischen Innovationen geführt, die heute eine tragfähige Basis für den erfolgreichen Export bilden, heißt es im Bericht weiter. Nach wie vor genieße deutsche Technik im Marktsegment „Technik für die Abfallwirtschaft“ weltweit einen „exzellenten“ Ruf.

Allein das Marktsegment „Technik für die Abfallwirtschaft“ hatte 2022 ein Exportvolumen von 5,4 Milliarden Euro. Die wichtigsten Zielmärkte in diesem Bereich sind nach wie vor die USA, China, Polen und Frankreich. Sekundärrohstoffe, wie Metalle oder Kunststoffe, gehen mit einem Gesamtvolumen von 10,1 Milliarden Euro in erster Linie nach Belgien, Italien und in die Niederlande.

Allerdings stünden die deutschen Unternehmen unter einem starken Wettbewerbsdruck. In den letzten zehn Jahren büßte Deutschland drei Prozent des Weltmarktanteils ein, der im Jahr 2021 bei nur noch 12 Prozent liegt. China hingegen konnte seinen Anteil am Weltmarkt zwischen 2011 und 2021 von 18 Prozent auf 30 Prozent deutlich steigern.

484 Kilogramm Abfall pro Einwohner und Jahr

Nahezu unverändert ist das Gesamtabfallaufkommen in Deutschland, das schon seit Jahren bei rund 400 Millionen Tonnen liegt. Laut dem Statusbericht stehen dafür in Deutschland rund 14.300 Abfallbehandlungsanlagen zur Verfügung. Den größten Anteil mit 220 Millionen Tonnen haben Bau- und Abbruchabfälle (53 Prozent).

Der Anteil der in privaten Haushalten erzeugten Abfälle lag 2021 bei rund 40 Millionen Tonnen (2017: 38 Millionen Tonnen). Das entspricht einem einwohnerspezifischen Aufkommen von rund 484 Kilogramm je Einwohner. Die Abfälle aus privaten Haushalten setzten sich aus folgenden Hauptfraktionen zusammen:

  • 13,3 Millionen Tonnen Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle (159 Kilogramm je Einwohner)
  • 3,1 Millionen Tonnen Sperrmüll (37 Kilogramm je Einwohner)
  • 11,2 Millionen Tonnen getrennt erfasste Bio- und Grünabfälle (134 Kilogramm je Einwohner) sowie
  • 12,5 Millionen Tonnen getrennt erfasste Wertstoffe wie Papier, Pappe und Kartonagen, Glas, Leichtverpackungen, Metalle, Altholz, Textilien und sonstige Wertstoffe (150 Kilogramm je Einwohner)

17,40 Euro für Verwertung von Verpackungen

Die durchschnittlichen Kosten der privaten Haushalte für die Abfallentsorgung lägen mit 70 bis 120 Euro pro Einwohner und Jahr deutlich unter dem, was die Bürgerinnen und Bürger vermuten würden, heißt es im Statusbericht. Nach Umfragen des Instituts für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA), das den Bericht zusammen mit Prognos und dem INZIN-Institut erstellt hat, schätzen die Bürgerinnen und Bürger die kommunalen Abfallgebühren bis zu 5-mal höher ein, als sie in den jeweiligen Kommunen tatsächlich sind.

Die kommunalen Abfallgebühren decken die Kosten für die Sammlung, den Transport und die Entsorgung insbesondere der Restabfälle, des Sperrmülls sowie der Verwertung von Bioabfällen und Papier. Die Kosten für die Verwertung von Verpackungsabfällen werden durch Lizenzentgelte gedeckt, die die Hersteller für jede einzelne Verpackung an die Dualen Systeme zahlen und die Verbraucher bereits beim Kauf des Produktes/der Verpackung entrichten. Diese zusätzlichen Kosten beziffern die Institute mit rund 17,4 Euro pro Jahr und Einwohner.

Zirkularitätsrate von 12,7 Prozent

Dass beim Einsatz von Recyclingrohstoffen in der Industrie noch Luft nach oben ist, zeigt die sogenannte Zirkularitätsrate (Circular material use rate, kurz CMU). Diese misst die Menge der eingesetzten Sekundärrohstoffe im Verhältnis zur Menge aller eingesetzten Rohstoffe. Die CMU in Deutschland ist seit Jahren nahezu konstant. „Mit 12,7 Prozent liegt die deutsche CMU im Jahr 2021 im Europäischen Durchschnitt von 11,7 Prozent“, heißt es im Statusbericht. „Das es möglich ist, Recyclingpotenziale noch viel stärker zu heben, zeigen beispielsweise die Niederlande mit einer aktuell fast dreifach so hohen Zirkularitätsrate von 33,8 Prozent.“

320°/re

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