Online-Handel

Die grüne Fassade von Zalando bröckelt - die EU-Kommission verlangt die Entfernung irreführender Nachhaltigkeitssymbole. Der Online-Händler lenkt ein – und will künftig klar informieren.

Zalando muss irreführende Nachhaltigkeits­kennzeichen entfernen


Der Online-Händler Zalando hat sich nach Angaben der EU-Kommission verpflichtet, irreführende Nachhaltigkeitskennzeichen und -symbole von seiner Webseite zu entfernen. Ab dem 15. April 2024 sollen die Symbole, wie beispielsweise Blätter oder Bäume, nicht mehr neben den angebotenen Produkten erscheinen. Das teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit.

Statt der bisherigen Kennzeichnungen will der Onlinehändler künftig klare Angaben zum jeweiligen Produkt machen, etwa zum Anteil der verwendeten Recyclingmaterialien. Im Einzelnen verpflichtete sich Zalando,

  • das ursprünglich verwendete Nachhaltigkeitskennzeichen von allen Webseiten zu entfernen;
  • alle irreführenden Umweltsymbole, die neben Produkten angezeigt wurden (beispielsweise Blätter oder Bäume), zu entfernen;
  • den Begriff „Nachhaltigkeit“ oder andere ungerechtfertigte Begriffe, die auf einen Umweltvorteil und/oder ethischen Pluspunkt hinweisen, nicht mehr zu verwenden. Zalando wird stattdessen klare Informationen über das spezifische Produkt bereitstellen, beispielsweise über den prozentualen Anteil der verwendeten recycelten Materialien;
  • die Symbole und den Begriff „Nachhaltigkeit“ auch aus dem Filter zu entfernen und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, Produkte nach bestimmten Produktqualitäten zu filtern und auszuwählen;
  • auf der Seite zu den Produktdetails klare und konkrete Angaben zu den Umweltvorteilen und/oder ethischen Pluspunkten des Produkts zu machen;
  • die „Nachhaltigkeitsseite“ durch die Einführung von zwei neuen Webseiten zu überarbeiten: eine mit weiteren Informationen zu Produktstandards und eine mit Informationen zu Zalandos nachhaltigkeitsbezogenen Ansätze und Strategien;
  • sicherzustellen, dass seine Umweltaussagen auf Aspekten beruhen, die für die Umwelt von Bedeutung sind.

Nach EU-Recht müssen Unternehmen den Verbraucherinnen und Verbrauchern wahrheitsgetreue Informationen bereitstellen und dürfen sie nicht irreführen, um ihre Entscheidungen zu beeinflussen. Zalando muss einen Bericht vorlegen, in dem die Umsetzung der Verpflichtungen belegt werden.

„Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen ihren Konsum umweltfreundlicher gestalten“, betont Didier Reynders, EU-Kommissar für Justiz und Verbraucherschutz. „Es ist wichtig für sie, über zuverlässige Informationen zu verfügen, damit sie anhand dieser Informationen handeln und wirklich nachhaltige Konsumentscheidungen treffen können. Wir müssen auch Unternehmen in die Schranken weisen, die versuchen könnten, aus den guten Absichten der Verbraucherinnen und Verbraucher Profit zu schlagen.“

320°/dpa/re

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