Neue Kessel
Im Müllheizkraftwerk Schwandorf werden die 40 Jahre alten Kessel durch zwei neue Linien ersetzt. Der Umbau soll bis 2031 abgeschlossen sein. Die neuen Linien zeichnen sich durch einige technische Besonderheiten aus.
Müllheizkraftwerk Schwandorf wird modernisiert
Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf startet ein umfangreiches Modernisierungsprojekt. Im Rahmen des Projektes „Triphönix“ sollen drei der vier Kesselanlagen des Müllheizkraftwerkes durch zwei moderne, leistungsstarke Linien ersetzt werden. Die betroffenen Kessel sind mehr als 40 Jahre alt.
Den Zuschlag erhielt Hitachi Zosen Inova (HZI), ein langjähriger Partner des Zweckverbandes. Die deutsche Tochtergesellschaft von Hitachi Zosen Inova, HZI-STM, wird das Projekt als EPC-Turnkey-Projekt (Engineering, Procurement, Construction) durchführen. Dies umfasst den Rückbau der alten Anlagen, die Installation neuer Feuerungs- und Kesselanlagen, die Rauchgasreinigung sowie die Integration in die bestehende Infrastruktur.
Nach Angaben von HZI werden die beiden neuen Linien eine Durchsatzleistung von jeweils 22 Tonnen Abfall pro Stunde haben und insgesamt rund 350.000 Tonnen Abfall pro Jahr verarbeiten. Die thermische Leistung der Kesselanlagen werde jeweils 67,2 MWth betragen. Die Modernisierung soll bis 2031 abgeschlossen sein und erfolgt im laufenden Betrieb.
Einige technische Besonderheiten
Das Müllheizkraftwerk Schwandorf spielt eine zentrale Rolle in der Abfallentsorgung für 17 Städte und Landkreise mit insgesamt 1,91 Millionen Einwohnern. Jährlich werden dort rund 450.000 Tonnen Abfall thermisch verwertet und in Strom und Wärme umgewandelt, die sowohl der benachbarten Industrie als auch dem öffentlichen Netz zugutekommen.
Die beiden neuen Linien zeichnen sich laut HZI durch einige technische Besonderheiten aus. So entwickelte das Unternehmen ein auf den begrenzten Platzbedarf zugeschnittenes Kesselkonzept. Das wurde unter anderem durch eine neue Anordnung der Überhitzerflächen mit entsprechend adaptierter Kesselreinigung möglich, die neben der üblichen Klopferreinigung mit einer modernen Shock-Pulse-Reinigung arbeitet. Dadurch würden die Überhitzerpakete mittels gezielter Explosionen von Anbackungen befreit, erklärt HZI. Das System gewährleiste so eine effiziente Wärmeübertragung, zudem können die Wartungskosten reduziert werden.
Eine weitere Besonderheit des Modernisierungskonzepts sei, dass Teile des alten Systems weitergenutzt werden, wie zum Beispiel die in der Rauchgasreinigung eingesetzte SCR-Entstickungsanlage oder auch die zur Anlage gehörende Kaminanlage. Dies erfordere unter anderem, dass die beiden neuen Linien exakt auf dem alten Standort installiert werden.
