Neues Elektronikmodul
Im kommenden Jahr kommen neue Karten für kontaktloses Bezahlen auf den Markt. Sie benötigen keine Antenne aus Kupferdraht mehr. Das hat Auswirkungen auf die Recyclingfähigkeit.
Neue Zahlungskarten sind recyclingfreundlicher
Ein neues Modul des Halbleiterkonzerns Infineon soll Hunderte Millionen kontaktloser Bezahlkarten umweltfreundlicher machen. Der CO2-Fußabdruck bei der Kartenherstellung soll dadurch deutlich sinken, teilte der Weltmarktführer für die Chips auf den Karten mit.
Ab Anfang kommenden Jahres sollen die Karten auch in Europa erhältlich sein. Kunden werden sie an einem etwas größeren Elektronikmodul erkennen, funktional soll es keine Unterschiede geben. Der entscheidende Unterschied der neuen Karten ist, dass sie keine zusätzliche Antenne aus Kupferdraht benötigen.
Bisher stecken in einer typischen Karte rund drei Meter des etwa 80 bis 100 Mikrometer dicken Drahtes. Sie fangen die Energie vom Bezahlterminal auf und versorgen damit den Chip auf der Karte. Der neue Chip sei deutlich sparsamer, heißt es bei Infineon. Deshalb kommt er mit einer viel kleineren Antenne für die Stromversorgung aus. Diese ist direkt auf dem Modul angebracht, das dadurch etwas größer ausfällt.
Einfacheres Recycling
Die alte Kupferantenne ist ein doppeltes Umweltproblem: Zum einen verbraucht sie Ressourcen, zum anderen ist sie auf einer Folie zwischen den Schichten der Karte geklebt. Dadurch ließen sich die bisherigen Karten kaum recyceln, heißt es bei Infineon. Bei den neuen Karten könne man das Modul einfach herausbrechen und Plastikkarte und Elektronikschrott sauber getrennt entsorgen.
Pro Karte mag der Unterschied gering sein – bei den Elektronikkomponenten sinkt der CO2-Fußabdruck laut Infineon um etwas mehr als 60 Gramm. Doch bei mehr als drei Milliarden Karten, die jährlich weltweit produziert werden, ist das Potenzial groß.
In den USA sollen noch in diesem Jahr die ersten dieser Karten auf den Markt kommen. Weltweit soll das Volumen umweltfreundlicher Karten – nicht nur mit Infineon-Chip – in fünf Jahren auf bis zu 900 Millionen pro Jahr steigen.











