Kunststoffrecycling

LyondellBasell hat die Übernahme von APK abgeschlossen und will die lösungsmittelbasierte Technologie für das Recycling von Polyethylen niedriger Dichte weiterentwickeln. Geplant ist der Bau kommerzieller Recyclinganlagen.

Kunststoffrecycler APK schlüpft unter das Dach von LyondellBasell


LyondellBasell, einer der weltweit führenden Kunststoff- und Chemiekonzerne, hat die vollständige Übernahme des Recyclingunternehmens APK mit Sitz in Merseburg bekannt gegeben. Mit dem Kauf will LyondellBasell seine Recyclingkapazitäten erweitern und die von APK entwickelte lösungsmittelbasierte Technologie für das Recycling von Polyethylen niedriger Dichte (LDPE) weiterentwickeln. Die Integration von APK soll dem Konzern helfen, hochreine Materialien für Anwendungen wie flexible Verpackungen für Körperpflegeprodukte herzustellen.

„Wir freuen uns, die Übernahme des lösungsmittelbasierten Recyclingunternehmens APK abschließen zu können. Damit sichern wir die Zukunft von mehr als hundert Mitarbeitern und bieten unseren Kunden eine weitere Lösung, um ihre Ambitionen und Ziele im Bereich Kreislaufwirtschaft zu erreichen“, so Yvonne van der Laan, Executive Vice President of Circular and Low Carbon Solutions. „Diese Technologie ergänzt unsere hervorragende mechanische Recyclingtechnologie sowie unsere eigene fortschrittliche Recyclingtechnologie.“

Wie LyondellBasell ankündigt, wolle der Konzern kommerzielle Anlagen mit der APK-Technologie bauen. Die produzierten Materialien sollen unter dem sogenannten Circulen-Portfolio von LyondellBasell vermarktet werden, das sich auf nachhaltige Kunststofflösungen konzentriert.

MoReTec-Technologie

LyondellBasell investiert seit einigen Jahren in die Weiterentwicklung von Recyclingtechnologien. Mitte September legte das Unternehmen in Wesseling bei Köln den Grundstein für die erste großtechnische Anlage im Bereich Advanced Recycling. Die Anlage nutzt ein katalytisches Verfahren, um schwer zu recycelnde Kunststoffabfälle wie mehrschichtige Lebensmittelverpackungen oder Mischkunststoffbehälter zu verwerten. Diese werden in ihren molekularen Zustand zurückversetzt und können so zur Herstellung neuer Kunststoffe verwendet werden.

LyondellBasell nutzt dazu die sogenannte MoReTec-Technologie, die neben dem chemischen Recycling auch einen katalysatorbasierten Ansatz beinhaltet. Durch den Einsatz eines Katalysators im Pyrolyseprozess soll der Umwandlungsprozess schneller ablaufen und weniger Wärme verbrauchen als das chemische Recycling allein. Darüber hinaus reduziert die Katalysatortechnologie den Energieverbrauch und erhöht gleichzeitig die Ausbeute. Wird die Anlage mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben, läuft der Prozess ohne Treibhausgasemissionen ab.

Bei dem Verfahren entsteht zum einen ein Pyrolyseöl, das fossile Rohstoffe bei der Polymerherstellung ersetzen kann. Zum anderen entsteht ein Pyrolysegas, das ebenfalls für die Polymerproduktion genutzt werden kann. LyondellBasell will den gewonnenen Rohstoff für die Polymere der Produktlinie CirculenRevive verwenden. Diese eignen sich für eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem für medizinische und Lebensmittelverpackungen. Damit ergänzen die CirculenRevive-Polymere künftig die Circulen-Produktfamilie des Chemiekonzerns.

320°/re

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