Geplantes Verkaufsverbot

Die Flut von Einweg-E-Zigaretten ist auch in Großbritannien groß. Zuletzt hat sich die Menge vervielfacht. Jetzt will die Regierung den Verkauf verbieten.

Briten wollen Einweg-E-Zigaretten verbieten


Weggeworfene Einweg-E-Zigaretten auf Großbritanniens Bürgersteigen sollen bald der Vergangenheit angehören. Die britische Regierung hat angekündigt, den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten ab Sommer 2025 zu verbieten. Ziel sei es, die zunehmende Umweltverschmutzung durch Vapes zu bekämpfen und gleichzeitig junge Menschen vom Konsum abzuhalten.

„Einweg-Vapes werden in der Regel nicht recycelt, sondern in den Hausmüll geworfen oder auf der Straße entsorgt“, erklärte die britische Regierung in einer Mitteilung. Allein im vergangenen Jahr seien schätzungsweise fast fünf Millionen Einweg-Vapes pro Woche weggeworfen worden – viermal so viele wie im Jahr zuvor. Im Jahr 2022 seien somit mehr als 40 Tonnen Lithium aus Einweg-Vapes entsorgt worden. Mit dieser Menge könnten 5.000 Elektrofahrzeuge betrieben werden, heißt es in der Mitteilung.

Parlament muss noch zustimmen

Die britische Regierung verfolgt mit dem geplanten Verbot auch gesundheitspolitische Ziele. Staatssekretär Andrew Gwynne ist vor allem über den wachsenden Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen besorgt: „Es ist zutiefst beunruhigend, dass ein Viertel der 11- bis 15-Jährigen im vergangenen Jahr eine Vape benutzt hat.“ Häufig würden Einwegprodukte verwendet, die als besonders billig und leicht verfügbar gelten.

Das geplante Verbot ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Eindämmung des Rauchens in Großbritannien. Neben dem Umweltschutz erhofft sich die Regierung, dass Einweg-E-Zigaretten für Jugendliche weniger attraktiv werden. Gwynne betonte, dass die Regierung damit bereits bestehende Vorschläge der Vorgängerregierung aufgreife. Bereits die konservative Vorgängerregierung unter Premierminister Rishi Sunak hatte ein Verbot in Erwägung gezogen. Nun soll die seit Sommer 2024 regierende Labour-Partei die Umsetzung vorantreiben.

Der Entwurf zum Verbot von Einweg-Vapes wird demnächst im Parlament diskutiert. Stimmen die Abgeordneten zu, haben Unternehmen bis zum 1. Juni 2025 Zeit, ihre Restbestände zu verkaufen. Danach wäre der Verkauf solcher Produkte illegal.

„Äußerst schädlich“

Libby Peake, Leiterin der Abteilung Ressourcen bei Green Alliance, begrüßt das Vorhaben.Einweg-Vapes sind das Letzte, was unsere Kinder und der Planet brauchen, und zu lange hat man zugelassen, dass der Markt für sie unkontrolliert wächst. Wenn sie weggeworfen werden, sind das Nikotin, das Plastik und die Batterien, die sie enthalten, äußerst schädlich. Selbst wenn sie in die Mülltonne geworfen werden, können ihre Batterien Feuer fangen.“

Die Regierung tue gut daran, die schädlichen Geräte zu verbieten, erklärte Peake. Zudem verschwende jedes Gerät Ressourcen, die für eine nachhaltigere Wirtschaft wichtig sind – wie etwa Lithium, das für die Batterien von Elektroautos benötigt werde.

320°/re

Mehr zum Thema
UN-Bericht: Warum die Kreislaufwirtschaft so wichtig ist
Kreislaufwirtschaft: „Wir wollen damit Weltspitze sein“
Metallrecycler warnen vor Ende des freien Schrottmarkts
Deichmann unterliegt im Streit um Systembeteiligungspflicht
So will die EU die Bioökonomie entfesseln