UMK-Beschluss

Die Umweltminister der Länder machen Druck: Sie wollen das Schiffsrecycling auch in Deutschland ermöglichen. Dazu sollen die Genehmigungsverfahren beschleunigt werden. Und es soll eine finanzielle Förderung geben.

Umweltminister wollen Schiffsrecycling fördern


Das Recycling ausgemusterter Schiffe soll in Deutschland künftig gefördert werden. Darauf haben sich die Umweltministerinnen und -minister verständigt, wie das Bremer Umweltressort mitteilte. Sie folgten damit einem Antrag von Niedersachsen und Bremen. Ziel sei es, dass Seeschiffe bald unter umwelt- und sozialverträglichen Bedingungen in Deutschland abgewrackt werden.

Die Umweltministerkonferenz fordert, die Forschung und Entwicklung zum Schiffsrecycling finanziell zu unterstützen. Außerdem sollen entsprechende Genehmigungsverfahren beschleunigt und Kapazitäten für das Abwracken alter Schiffe in den Häfen geschaffen werden.

Große und kleine Seeschiffe werden oft tausende Seemeilen von ihren Heimathäfen entfernt in südostasiatischen Ländern abgewrackt – unter teilweise verheerenden Bedingungen für Mensch und Umwelt. In Europa gibt es insgesamt 35 Schiffsrecyclinganlagen. Laut einer von der Europäischen Kommission veröffentlichten Liste anerkannter Schiffsrecyclinganlagen befinden sich weitere neun Werften in der Türkei und eine Werft in den USA. Die EU-Schiffsrecyclingverordnung schreibt seit dem 31. Dezember 2018 vor, dass alle großen Seeschiffe, die unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaates fahren, eine zugelassene Schiffsrecyclinganlage nutzen müssen, die in der europäischen Liste der Schiffsrecyclinganlagen aufgeführt ist.

In Deutschland gibt es noch keine spezialisierten Schiffsabwrackplätze. Das Bremer Unternehmen Leviathan hatte im September 2023 angekündigt, auf der Stralsunder Volkswerft eine erste Anlage für emissionsarmes Schiffsrecycling in Betrieb nehmen zu wollen. Der Start verzögert sich jedoch aufgrund von Verzögerungen im Genehmigungsverfahren, wie das Unternehmen zuletzt mitteilte.

Ähnlich sieht es bei der Emder Werft und Dock GmbH (EWD) aus. Sie hatte im März 2024 angekündigt, mit der neu gegründeten EWD Benli Recycling GmbH & Co. in das Schiffsrecyclinggeschäft einzusteigen. Auch hier verzögert sich der Start: Das Zertifizierungsverfahren dauere noch an, hieß es kürzlich aus dem Unternehmen.

320°/dpa/re

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