Zahlen für 2022
Weniger Verpackungen, höhere Recyclingquote: In Deutschland wurden 2022 mehr als zwei Drittel aller Verpackungen recycelt. Der Verpackungsverbrauch ist zwar gesunken, aber immer noch hoch.
Recyclingquote bei Verpackungen steigt auf 68,5 Prozent
Die Recyclingquote für Verpackungsabfälle hat im Jahr 2022 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Umweltbundesamt mitteilt, wurden 68,5 Prozent aller Verpackungen wiederverwertet – ein Anstieg um 0,6 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Insbesondere bei Papier, Kunststoff, Aluminium und Weißblech stiegen die Recyclingquoten. Rückgänge gab es dagegen bei Verpackungsabfällen aus Holz und Glas.
„Der aktuelle Bericht zeigt, dass wir beim Recycling von Verpackungsabfällen auf einem guten Weg sind. 2022 hat Deutschland bereits alle Zielvorgaben der Verpackungsrichtlinie für das Jahr 2025 erfüllt“, sagt Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes.
Bis 2030 seien aber noch weitere Anstrengungen nötig. „Insbesondere bei Kunststoffverpackungen muss die Recyclingquote weiter ausgebaut werden“, so Messner. Gemäß EU-Verpackungsverordnung muss dann bei Kunststoffverpackungen eine Recyclingquote von 55 Prozent erfüllt werden. Im Jahr 2022 lag die Quote in Deutschland bei 51,1 Prozent.
Mehr Aluminiumverpackungen
Parallel zum Anstieg der Recyclingquote sank der Verpackungsverbrauch um 675.000 Tonnen auf 19 Millionen Tonnen im Jahr 2022. Das entspricht einem Rückgang von 3,4 Prozent. Der Rückgang ist laut UBA vor allem auf die konjunkturelle Entwicklung zurückzuführen. Zudem führten schlechte Ernten dazu, dass weniger Konserven abgefüllt wurden. Auch die Nachfrage nach Paletten, die während der Pandemie zeitweise stark angestiegen war, habe sich wieder normalisiert. Außerdem würden Verpackungen immer leichter, was ebenfalls zur Reduzierung beitrage.
Der Rückgang des Verpackungsverbrauchs zeigt sich laut UBA bei den Materialien Holz, Kunststoff, Glas, Eisenmetalle und Papier. Bei Aluminium stieg der Verbrauch dagegen an. Im Durchschnitt verbrauchte jede Person in Deutschland im Jahr 2022 knapp zehn Kilogramm weniger Verpackungen als im Vorjahr. Dennoch liegt die Verpackungsmenge immer noch auf dem zweithöchsten Niveau seit Beginn der Erhebungen und um 18,8 Prozent höher als 2010.
Kunststofftragetaschen: Verbot mit Schlupflöchern
Auffallend hoch ist nach wie vor die Abgabe von leichten Plastiktragetaschen. Seit dem 1. Januar 2022 sind solche Tragetaschen mit einer Wandstärke von weniger als 50 Mikrometern weitgehend verboten. Dennoch wurden im Jahr 2022 rund 389 Millionen dieser Tüten in Umlauf gebracht.
Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) nennt dafür mehrere Gründe:
- Abgabe von Restbeständen auch als Folge der Corona-Pandemie;
- Falsche Interpretation des Kunststofftragetaschenverbots (zu weite Auslegung der Bestimmungen, unter denen eine Abgabe sehr leichter Kunststofftragetaschen weiterhin erlaubt ist);
- Einsatz von vermeintlichen „Bio-Kunststofftragetaschen“ in der irrigen Annahme, dass das Inverkehrbringen dieser Tragetaschen nicht verboten ist;
- Unwissenheit über das Verbot von Kunststofftragetaschen;
- Bewusster Verstoß gegen das Kunststofftragetaschenverbot
Das UBA geht davon aus, dass die Zahl der in Verkehr gebrachten Kunststofftragetaschen weiter zurückgehen wird, sobald die Restbestände aufgebraucht sind. „Eine Durchsetzung des Verbots fällt in den Aufgabenbereich der für den Vollzug zuständigen Behörden in den Bundesländern“, so die Behörde.
- Grafiken zu den UBA-Zahlen für 2022 finden Sie hier.