Genehmigung erteilt

Die Genehmigung ist erteilt, der Bau kann beginnen: In Griechenland soll eine Altreifen-Recyclinganlage mit der Pyrolysetechnologie der Firma Pyrum in Betrieb gehen. Im Sommer könnte es losgehen.

Altreifenrecycling: Weg frei für Pyrum-Technologie in Griechenland


Die Pyrum Innovations AG und die griechische Projektgesellschaft Thermo Lysi SA haben grünes Licht für den Bau einer gemeinsamen Altreifen-Recyclinganlage in Griechenland erhalten. Die geplante Anlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr soll rund 140 Kilometer nördlich von Athen in der Region Livanates entstehen. Damit wird die neue Anlage in der Lage sein, fast die Hälfte der jährlich in Griechenland anfallenden Altreifenmenge zu verwerten.

In der vergangenen Woche hat Thermo Lysi die Genehmigung für den Bau der Pyrum-Anlage erhalten. Alle erforderlichen Genehmigungen und Lizenzen lägen nun vor, erklärte Pyrum, das Projekt gelte als „vollständig genehmigt“. Die endgültige Investitionsentscheidung wird für das erste Halbjahr 2025 erwartet.

Im nächsten Schritt sollen im zweiten Quartal 2025 die sogenannten Long Leads, also die Anlagenkomponenten mit den längsten Lieferzeiten, bestellt werden, um später eine reibungslose Bauphase zu gewährleisten. Mit dem ersten Spatenstich rechnet Thermo Lysi im Sommer 2025.

Weitere Projekte geplant

„Nachdem alle erforderlichen Genehmigungen erteilt wurden, können wir nun mit der nächsten Planungsphase starten“, erklärt Pascal Klein, CEO von Pyrum Innovations. „Mit diesem Bau überschreitet unsere Technologie erstmals die Landesgrenze, sodass wir uns nun auf die nächsten gemeinsamen Schritte freuen können.“

Pyrum hat eine Thermolyse-Technologie entwickelt, mit der Altreifen und Kunststoffe nahezu emissionsfrei recycelt werden können. Durch den mehrstufigen Prozess können bis zu 98 Prozent der Eingangsstoffe in hochwertige Produkte wie Pyrolyseöl, Pyrolysegas und Ruß (recovered Carbon Black) umgewandelt werden. Nach Unternehmensangaben entfallen 38 Prozent auf Ruß, 50 Prozent auf Öl und 12 Prozent auf Gas. Diese Sekundärrohstoffe können dann von Partnerunternehmen wie BASF, Continental und Schwalbe zur Herstellung neuer Produkte verwendet werden.

Inzwischen verfügt Pyrum am Stammsitz in Dillingen/Saar über eine Verarbeitungskapazität von 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr. Eine zweite Pyrum-eigene Anlage soll bis Ende 2025 in Perl-Besch (Saarland) entstehen. Die geplante Kapazität liegt ebenfalls bei 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr.

Darüber hinaus hat Pyrum mit Remondis eine Absichtserklärung zum Bau einer gemeinsamen Pyrolyseanlage unterzeichnet. Die Anlage, die auf dem Gelände von Weserport in Bremen entstehen soll, hat ebenfalls eine Verwertungskapazität von 20.000 Tonnen Altreifen pro Jahr.

320°/sr

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