Elektroautos
Der Autobauer BMW hat eine europaweite Partnerschaft zum Recycling von Elektroauto-Batterien gestartet. Projektpartner ist der Batterierecycler SK tes. Die zurückgewonnenen Metalle sollen für neue Fahrzeuge verwendet werden.
BMW startet europaweites Batterierecycling mit SK tes
Der Automobilhersteller BMW hat Anfang November eine europaweite Partnerschaft zum Recycling von Hochvoltbatterien gestartet. Gemeinsam mit dem Batterierecycler SK tes will der Autobauer Kobalt, Nickel und Lithium aus den Batterien ausgedienter Elektrofahrzeuge zurückgewinnen und in den Produktionskreislauf neuer Batterien zurückführen. Ein ähnlicher „Closed Loop“-Ansatz ist ab 2026 auch für Nordamerika geplant.
Die Batterien stammen aus der Entwicklung, der Produktion und den Märkten von BMW. Nach Angaben des Autobauers werden die Altbatterien künftig an SK tes geliefert, wo sie zunächst mechanisch zerkleinert und die Metalle Nickel, Lithium und Kobalt in einer sogenannten „Schwarzmasse“ konzentriert werden. Anschließend werden die Metalle in einem chemischen Prozess, der sogenannten Hydrometallurgie, aufbereitet. Die so gewonnenen Sekundärrohstoffe sollen unter anderem in der neuen BMW Antriebsgeneration GEN 6 zum Einsatz kommen.
„Partnerschaften wie diese erhöhen unsere Effizienz im Sinne der Kreislaufwirtschaft“, sagte Jörg Lederbauer, Hauptabteilungsleiter für Kreislaufwirtschaft, Ersatzteilversorgung Hochvoltspeicher und elektrischer Antrieb bei BMW. Wie der Autokonzern betont, wurde das Batterierecyclingverfahren von SK tes bereits mehrfach für Nachhaltigkeit und Innovation ausgezeichnet, unter anderem von der Business Intelligence Group und mit dem Apex Award des UN Global Compact.
Neues Kompetenzzentrum in Niederbayern
BMW plant unterdessen auch den Aufbau eigener Recyclingkapazitäten. Ende November kündigte der Konzern den Bau eines 10 Millionen Euro teuren Kompetenzzentrums im niederbayerischen Kirchroth an, das auf ein „Direktrecycling“ von Lithium, Kobalt und Nickel ohne aufwendige chemische oder thermische Verfahren setzt.
Die Anlage, die ab der zweiten Jahreshälfte 2025 entstehen soll, soll jährlich eine mittlere zweistellige Tonnage an Batteriezellmaterial verarbeiten können. Das Verfahren unterscheidet sich laut BMW grundlegend von bisherigen Methoden, da es rein mechanisch arbeitet und die Rohstoffe direkt in den Produktionskreislauf zurückführt, ohne sie erst chemisch in ihren Ursprungszustand zu überführen. „Das Direktrecycling wird dazu beitragen, die Kosten unserer Batteriezellpilotlinie zu reduzieren“, so Markus Fallböhmer, Leiter Batterieproduktion bei BMW.
Die Standortwahl Kirchroth soll kurze Transportwege zwischen den bestehenden Entwicklungs- und Fertigungszentren ermöglichen. In München entwickelt BMW im „Battery Cell Competence Center“ neue Batteriezellen, die im nahe gelegenen Parsdorf zur Serienreife gebracht werden. Die dort anfallenden Überschüsse sollen künftig in Kirchroth recycelt und die gewonnenen Rohstoffe direkt wieder der Produktion zugeführt werden.
Daneben soll das Gebäude in Kirchroth auch unter Nachhaltigkeitsaspekten neue Maßstäbe setzen. Eine Photovoltaikanlage wird installiert, und die Energie aus den recycelten Batteriezellen soll gespeichert und zum Betrieb der Anlage genutzt werden, um so den ökologischen Fußabdruck weiter zu reduzieren.
Betrieben wird das Zentrum von der Firma Encory, einem Joint Venture von BMW und Interzero. Rund 20 Mitarbeiter sollen dort beschäftigt werden. Das geistige Eigentum am neuen Recyclingverfahren bleibt jedoch zu 100 Prozent bei BMW.










