Elektromobilität

Der Hochlauf der Elektromobilität stockt, doch der ADAC rechnet mit einer Trendwende. Höhere Rabatte könnten den Absatz ankurbeln, meint der Mobilitätsclub. Auch der Gebrauchtwagenmarkt könnte anziehen.

Elektroautos 2025: ADAC erwartet steigende Zulassungszahlen


Für das laufende Jahr 2025 rechnet der ADAC mit einem Anstieg der Elektroauto-Zulassungen in Deutschland. Grund dafür seien die verschärften CO2-Flottengrenzwerte, die den Druck auf die Hersteller erhöhen. „Autokäufer könnten davon durch höhere Rabatte profitieren“, erklärt Stefan Gerwens, Leiter Verkehr beim Mobilitätsclub.

Ob es tatsächlich dazu kommt, dürfte auch vom Ausgang der Bundestagswahl Ende Februar abhängen. „Verlässliche politische Rahmenbedingungen sind für den Hochlauf der E-Mobilität unabdingbar“, so Gerwens.

2024 war der Hochlauf der Elektromobilität ins Stocken geraten. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurden im vergangenen Jahr 380.609 neue batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen – rund 140.000 Elektrofahrzeuge weniger als im Vorjahr. Ihr Anteil am Gesamtmarkt sank damit auf 13,5 Prozent.

Vor allem private Käufer zeigten sich skeptisch: Nur noch knapp 36 Prozent aller neu zugelassenen E-Pkw gingen auf ihr Konto, im Jahr 2023 waren es noch fast 43 Prozent.

Grafik: ADAC

Als Gründe für die Kaufzurückhaltung sieht der ADAC anhaltende Unsicherheiten und Bedenken hinsichtlich Reichweite und Ladeinfrastruktur. Um dem entgegenzuwirken, müssten Gesetzgeber, Ladestromanbieter und Hersteller gemeinsam daran arbeiten, die Attraktivität der Elektromobilität zu steigern. Entscheidende Faktoren seien günstigere Fahrzeugmodelle sowie bezahlbare und transparente Ladepreise.

Mehr Gebrauchtwagen

Einige Hersteller haben bereits neue Einstiegsmodelle unter 25.000 Euro angekündigt, was der ADAC positiv bewertet. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur kommt voran: Die Zahl der Ladepunkte sei 2024 um mehr als 20 Prozent gestiegen, bei den Schnellladern sogar um fast 40 Prozent. „Allerdings sehen wir bei den Preisen noch immer große Unterschiede und Unklarheiten“, so Gerwens.

Erfreulich entwickelt sich auch der Gebrauchtwagenmarkt. Der Anteil der Elektroautos an den Besitzumschreibungen stieg von 1,6 Prozent im Jahr 2023 auf 2,7 Prozent im Jahr 2024. Im Dezember lag er laut KBA sogar bei 3,4 Prozent.

Gerwens führt dies auf eine nachlassende Skepsis der Käufer zurück. Vor diesem Hintergrund sei auch der hohe gewerbliche Anteil an den E-Auto-Neuzulassungen positiv zu bewerten, da gewerblich genutzte Fahrzeuge nach einigen Jahren als günstigere Gebrauchtwagen auf den Markt kämen.

320°/re

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