Neue Dienstleistung

Immer mehr Unternehmen setzen auf biobasierte Materialien. Der TÜV Süd bietet dazu die Bestimmung des biogenen Kohlenstoffanteils an. Das Analyseverfahren basiert auf internationalen Standards.

TÜV Süd bestimmt biogenen Kohlenstoffgehalt


Der Einsatz biobasierter Werkstoffe gilt als vielversprechender Weg in eine klimafreundliche Zukunft. Um zu ermitteln, wie hoch der Anteil des biogenen Kohlenstoffs am Gesamtkohlenstoffgehalt eines Produkts ist, bietet der TÜV Süd den betreffenden Unternehmen nun ein neues Prüfverfahren mit entsprechendem Zertifikat an. Damit soll der Anteil an biogenem Kohlenstoff präzise gemessen und extern verifiziert werden.

„Mit der steigenden Verwendung von biobasierten Materialien wird es zunehmend wichtig, diesbezügliche Behauptungen auch zu verifizieren“, sagt Ralph Elbert, Labormanager beim TÜV Süd. Die Prüforganisation setzt dazu die C14-Radiokarbonmethode ein, die die auf internationalen Standards wie ISO 16620 und ASTM D6866 basiert. Im Rahmen der Verifizierung nach ISO/IEC 17029 erhalten Unternehmen das TÜV Süd-Prüfzeichen, das die Glaubwürdigkeit und Qualität der Angaben zum biogenen Kohlenstoffgehalt belegen soll.

Nachweis gegenüber Kunden und Behörden

Die neue Dienstleistung deckt ein breites Spektrum an Branchen und Produkten ab. Dazu gehören flexible und starre Verpackungsmaterialien aus biobasierten Kunststoffen sowie Kunststoffe und Textilien. Hinzu kommen Kosmetik- und Haushaltsprodukte wie Parfums, Lotionen und Reinigungsmittel sowie Elektronik, Spielzeug und Baumaterialien wie Fliesen, Holzverbundstoffe und Wandverkleidungen. Auch Biokraftstoffe wie Bioethanol können geprüft werden.

Darüber hinaus kann die Verifizierung von biogenem Kohlenstoff mit anderen Umweltzertifizierungen kombiniert werden, wie etwa für Biomethan nach den CMS-Standards 90 und 92. Das ermögliche eine flexible Anpassung an spezifische Anforderungen verschiedener Branchen. „Dies ist besonders für Unternehmen relevant, die regulatorische Vorgaben wie das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) oder internationale Standards erfüllen müssen“, erklärt der TÜV.

Der TÜV Süd sieht das neue Prüfzeichen als wichtigen Nachweis nachhaltiger Produkteigenschaften gegenüber Kunden und Behörden. Darüber hinaus bietet die Prüforganisation Unterstützung bei der Emissionsberichterstattung und der Bewertung ihres Kohlenstoff-Fußabdrucks. „Durch die Prüfung und Verifizierung des biogenen Kohlenstoffgehalts können Unternehmen nicht nur ihre Umweltauswirkungen reduzieren, sondern auch einen aktiven Beitrag zur Schaffung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft leisten.“

320°/re

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