Absichtserklärung

Deutschland hat mit Saudi-Arabien eine Absichtserklärung zur Lieferung von grünem Wasserstoff unterzeichnet. Die Lieferungen sollen ab 2030 beginnen. Der Transport erfolgt in Form von Ammoniak.

Grüner Wasserstoff aus der Wüste


Bis zu 90 Terawattstunden Wasserstoff wird Deutschland im Jahr 2030 importieren müssen, schätzt die Bundesregierung. Um einen Teil davon zu sichern, hat das bundeseigene Energieunternehmen Sefe eine Absichtserklärung mit dem saudischen Unternehmen ACWA Power unterzeichnet. Ab 2030 soll ACWA Power jährlich 200.000 Tonnen grünen Wasserstoff mit einem Energiegehalt von knapp 6,7 Terawattstunden liefern.

„Die Vereinbarung trägt zur Deckung von Deutschlands wachsenden Bedarf an grünem Wasserstoff bei und stellt gleichzeitig eine nachhaltige Lösung zur Dekarbonisierung der Wirtschaft und Erreichung der Klimaziele dar“, erklärt Sefe in einer Mitteilung. Der Wasserstoff werde in Saudi-Arabien mithilfe von erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne erzeugt und anschließend in Form von Ammoniak per Schiff nach Europa transportiert.

In einem klimaneutralen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff neben klimaneutral erzeugtem Strom die Hauptrolle spielen. CO2-neutral erzeugt, soll das Gas zum Beispiel in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genügend Wind- und Sonnenstrom zur Verfügung steht. In Hochöfen zur Stahlerzeugung soll Wasserstoff den Koks ersetzen und so große Mengen Kohlendioxid einsparen.

Sefe will bei der Kooperation als Mitinvestor und Hauptabnehmer auftreten und seine Position als einer der größten Energiehändler Europas nutzen, um den grünen Wasserstoff an deutsche und europäische Kunden zu vermarkten. Die geplante Importmenge von 200.000 Tonnen pro Jahr würde immerhin ausreichen, um den Bedarf von Thyssenkrupp Steel in Duisburg zu decken. Die dort geplante Anlage zur kohlenstoffärmeren Stahlherstellung wird nach Unternehmensangaben 143.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr benötigen.

Weitere Abkommen mit Norwegen und Brasilien

Bei der Beschaffung des begehrten Gases setzt Sefe auf eine breite Aufstellung. Neben der Vereinbarung mit ACWA Power hat das Unternehmen bereits ähnliche Kooperationen mit Energieerzeugern in Brasilien und Norwegen geschlossen. Die Absichtserklärung mit dem brasilianischen Unternehmen Elektrobras sieht ebenfalls die Lieferung von 200.000 Tonnen grünem Wasserstoff ab 2030 vor.

Mit dem norwegischen Konzern Equinor wurde zudem vereinbart, dass Sefe zwischen 2029 und 2060 steigende Mengen CO2-armen Wasserstoffs abnehmen wird – beginnend mit fünf Terawattstunden pro Jahr und einer möglichen Steigerung auf bis zu 40 Terawattstunden pro Jahr zwischen 2050 und 2060.

Der Aufbau internationaler Partnerschaften ist ein wichtiger Baustein der deutschen Wasserstoffstrategie, denn ohne Importe aus dem Ausland kann der deutsche Wasserstoffbedarf nicht gedeckt werden. Die Importstrategie der Bundesregierung geht für das Jahr 2030 von einem Importbedarf von 45 bis 90 Terawattstunden aus. Für 2045 wird der Bedarf auf 360 bis 500 Terawattstunden Wasserstoff und 200 Terawattstunden Wasserstoffverbindungen pro Jahr geschätzt.

320°/dpa/re

Mehr zum Thema
Warum sauberer Stahl 800 Milliarden spart