Mischkunststoffabfälle

Das Fürther Start-up Pruvia will im Chemiepark Gendorf Mischkunststoffabfälle recyceln. Eine patentierte Technologie soll dabei helfen, hohe Energiekosten zu vermeiden.

Pruvia plant Anlage für thermochemisches Recycling


Das Problem ist riesig: Allein in Deutschland fallen jedes Jahr Millionen Tonnen Plastikmüll an. Ein Großteil davon kann bisher nicht recycelt werden und landet in der Müllverbrennung. Mithilfe einer neuen Recyclingtechnologie des Fürther Unternehmens Pruvia soll das Problem nun ein Stück weit gemildert werden.

Das Start-up will im oberbayerischen Chemiepark Gendorf eine der europaweit größten Anlagen für das thermochemische Recycling von Mischkunststoffabfällen errichten. Das von Pruvia entwickelte und patentierte Verfahren wandelt nicht recycelbare Mischkunststoffabfälle mittels eines Pyrolyse-Prozesses in zirkuläres, nicht fossiles Naphtha um.

Laut Pruvia-Mitgründer und CEO Martin Nitz scheiterte die Marktfähigkeit des chemischen Recyclings bisher vor allem an zwei Faktoren: hoher Energieeinsatz und hohe Betriebskosten. „Wir haben für beide Herausforderungen die Lösung gefunden“, sagte Nitz bei der Vorstellung der Pläne in Gendorf. Die firmeneigene MLM-R-Technologie zeichne sich durch eine „ausgezeichnete“ Energieeffizienz und niedrige Betriebskosten aus.

Kapazität von bis zu 70.000 Tonnen geplant

Die kommerzielle Anlage in Gendorf soll ab dem vierten Quartal 2026 jährlich 35.000 Tonnen Mischkunststoffabfälle verarbeiten können. Für 2028 plant Pruvia eine Verdoppelung der Kapazität auf 70.000 Tonnen pro Jahr. Im sachsen-anhaltinischen Leuna hat das Unternehmen bereits eine Demonstrationsanlage betrieben.

Für die neue Anlage will Pruvia einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag investieren und bis zu 30 Arbeitsplätze schaffen. Für die Ansiedlung wird eine rund 2,5 Hektar große Fläche im Norden des Chemieparks erschlossen, die bereits als Erweiterungsfläche für den Chemiepark vorgesehen war. Der Chemieparkbetreiber InfraServ Gendorf hat die Fläche vom Freistaat Bayern erworben, die Rodungsarbeiten sollen Mitte Februar beginnen.

320°/re

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