Chemisches Recycling

Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen muss aufwendig gereinigt werden, bevor es wiederverwendet werden kann. Evonik hat dafür eine Reihe neuer Technologien entwickelt. Damit sollen Chloride, Silizium, TAN und andere Stoffe reduziert werden.

Neue Adsorbentien und Katalysatoren für besseres Pyrolyseöl


Der Spezialchemiekonzern Evonik hat eine Reihe neuer Technologien zur Verbesserung der Qualität von Pyrolyseölen vorgestellt. Das Angebot umfasst neue Purocel-Adsorbentien, darunter die Typen 505, 510 und 515, sowie weiterentwickelte Hydrotreating-Katalysatoren und einen modularen Polierskid (genannt Rocket), der die Pyrolyseölkapazität erhöht.

Pyrolyseöl wird aus dem chemischen Recycling von Kunststoffabfällen gewonnen und muss aufbereitet und gereinigt werden, bevor es als Rohstoff in Steamcrackern oder Raffinerien eingesetzt werden kann. Mit dem neuen Angebot von Evonik sollen Chloride, Silizium, TAN und andere Stoffe reduziert werden. „Die Entfernung von organischen Chloriden aus Pyrolyseöl aus Kunststoffen stellte die Kunststoffkreislaufwirtschaft schon immer vor große Herausforderungen“, sagt Nirav Shah, Global Director bei Evonik Catalysts.

Bessere Chloridentfernung

„Unsere neueste Generation von Adsorbentien und Katalysatoren bedeutet, dass Pyrolyseöl die Reinigungsspezifikationen selbst für die strengsten Komplexe erfüllen kann – und damit neue Anwendungen erschließt“, erklärt Max Preisenberger, Leiter der Abteilung Catalysts bei Evonik. Purocel 505 zeige eine dreimal höhere Chloridentfernung als herkömmliche organische Chloridsorptionsmittel und könne in einer Vielzahl von Pyrolyseölfraktionen eingesetzt werden. Purocel 510 sei regenerierbar und trage zu einer größeren Zirkularität bei, Purocel 515 unterstütze die Reinigung von Pyrolyseöl und -gas.

Vervollständigt wird das Angebot durch Hydrotreating-Katalysatoren für das Hauptkatalysatorbett. Die Katalysatoren Purocel H100, H200, H300 und H400 entfernen laut Evonik Metalle und organische Chloride und reduzieren Olefine und Aromaten. Sie zeigten eine vergleichbare Leistung wie frische Katalysatoren. Außerdem könnten sie regeneriert und wiederverwendet werden, um Nachhaltigkeitsbestrebungen zu unterstützen und gleichzeitig Kosteneinsparungen zu ermöglichen.

Teil des neuen Angebots sind auch Poliereinheiten zur Vorbehandlung von Pyrolyseöl-Rohstoffen. Diese „Rocket“-Technologie ist auf einem Gestell montiert und kombiniert ein Adsorptionsmittel mit optimierter Fluiddynamik, um die Reinigungsleistung zu verbessern. Komplette modulare Gestelle können laut Evonik an die Kundenanforderungen angepasst werden.

320°/re

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