Chemisches Recycling

Trennfolien gibt es jetzt auch aus recycelten Silikonen. Sie sollen genauso leistungsfähig sein wie herkömmliches Silikon, aber 70 Prozent weniger CO2 verursachen.

Recycelte Silikone für die Etikettenindustrie


Ein weiterer Schritt in Richtung umweltfreundliche Trennfolien: Der norwegische Silikonhersteller Elkem ASA hat zwei neue Produkte aus der Silcolease-Reihe für Trennfolien auf den Markt gebracht, die aus dem eigenen chemischen Recycling stammen. Dabei handelt es sich um die ersten kommerziellen Produkte aus der Elkem-Pilotanlage für chemisches Recycling in Saint Fons (Frankreich).

Die beiden Trennfolienbeschichtungen Silcolease RE Poly 11362 und Silcolease RE Poly 368 sind lösungsmittelfrei und stammen aus der unternehmenseigenen Silcolease-Reihe. Laut Elkem bieten sie die gleiche Leistung wie ihre nicht recycelten Gegenstücke. „Sie stellen die Zukunft der Trennfolientechnologie dar“, sagt Agnès Jolly, die bei dem Unternehmen die Forschung und Technologie für Silikonflüssigkeiten leitet. Umfangreiche Tests hätten gezeigt, dass sich die recycelten Beschichtungen nahtlos in bestehende Prozesse integrieren lassen.

Validierung durch Tests mit Beschichtungsmaschinenhersteller

Anfang des Jahres führte Elkem Versuche mit dem Hamburger Beschichtungsmaschinenhersteller Kroenert durch, um die Leistung des recycelten Silikons zu validieren. „Die rezyklierten Produkte zeigten die gleichen Verarbeitungseigenschaften wie die neuen Produkte, selbst bei hoher Verarbeitungsgeschwindigkeit. Die durchweg positiven Ergebnisse sprechen für einen optimalen und nachhaltigen Einsatz von recyceltem Silikon“, bestätigt Ralf Thiel, Ingenieur für Verfahrenstechnik bei Kroenert.

Die recycelten Produkte wurden mit der neuen Depolymerisationstechnologie von Elkem entwickelt. Nach Angaben des Unternehmens haben die Recycling-Silikone einen um 70 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck als ihre fossilen Pendants.

Am 15. Mai werden drei Experten von Elkem – Clément Des Courieres, Nachhaltigkeitsbeauftragter, Carine Dupuit, Marktmanagerin, und Sébastien Marrot, Produktmanager – in einem Webinar die Ergebnisse der Neuentwicklung vorstellen und über die Zukunft des chemischen Recyclings von Silikon diskutieren.

320°/sr

Mehr zum Thema
Rohstoffe schätzen, ohne das Haus zu betreten
PV-Recycling: Erste Roboteranlage läuft in Tirol
Recycling von PET-Schalen: In Europa fehlen sechs bis acht Großanlagen
Europas Kunststoffindustrie fordert Rettungspaket aus Brüssel
Warum Recyclingbaustoffe im Bau kaum vorankommen
EU-Verpackungsregeln: Grünen-Politiker fordert Bußgeld-Pause
EU-Projekt zielt auf kritische Rohstoffe aus Elektroschrott
Studie: Milliardenwerte in Europas Elektroschrott ungenutzt
Wie viel Recycling verträgt ein Gefahrgutfass, bevor der Kunststoff reißt?
Recyclingfähigkeit: Ohne Infrastruktur bleibt es null