Falsch entsorgte Akkus

Tägliche Brände durch falsch entsorgte Akkus bedrohen die deutsche Recyclingwirtschaft. Nun schlagen BDE und bvse erneut Alarm. Die Entsorgungswirtschaft stehe kurz vor dem Kollaps.

Batteriebrände: Entsorger fordern Runden Tisch


Die vielen Brände in Entsorgungsanlagen machen der Recyclingbranche immer mehr zu schaffen. Jeden Tag ereigneten sich allein in Deutschland rund 30 Brände in Entsorgungsanlagen und Sammelfahrzeugen durch falsch entsorgte Batterien und Akkus, rechnen die Entsorgerverbände BDE und bvse vor. Allein in den vergangenen Monaten sei es mehrfach zu Großbränden gekommen.

Schon seit Jahren wächst die Zahl dieser Vorfälle bedrohlich an. Die Verbände sprechen von Schäden, die in die Milliardenhöhe gehen, und von existenziellen Risiken für die Beschäftigten der Branche sowie für Einsatzkräfte der Feuerwehr und für Anwohner. In der Konsequenz reagieren die Versicherer mit drastisch steigenden Prämien oder verweigern den Schutz für Recyclingbetriebe gänzlich.

Angesichts dieser Probleme fordern BDE und bvse die Einberufung eines Runden Tisches. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesumweltminister Schneider, Bundeswirtschaftsministerin Reiche und die Landesumweltminister verlangen sie, regulatorische Maßnahmen gegen Batteriebrände zu erarbeiten. Dazu zählen sie die Einführung eines generellen Batteriepfands sowie eine von den Herstellern finanzierte Fondslösung, um die Entsorgungswirtschaft im Schadensfall abzusichern.

Zudem solle eine klare Kennzeichnungspflicht auf Batterien und Geräten mit fest verbauten Akkus die Verbraucher besser aufklären. Darüber hinaus sollten Einweg-E-Zigaretten verboten werden oder zumindest mit einem Pfand belegt werden.

„Entsorgungswirtschaft steht kurz vor dem Kollaps“

Die Recyclingbranche sieht sich am Ende ihrer Möglichkeiten, das Problem allein zu bewältigen. „Die Betriebe haben gehandelt und erheblich in Brandschutzmaßnahmen investiert“, sagt BDE-Präsidentin Anja Siegesmund. „Das alleine reicht aber nicht – das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Der Bund, die Länder und die Wirtschaft müssen entschlossen gemeinsam handeln“, erklärt Anja Siegesmund, die geschäftsführende BDE-Präsidentin. Zwar hätten die Betriebe erheblich in Brandschutzmaßnahmen investiert, doch dies reiche nicht aus. „Das Problem muss an der Wurzel gepackt werden. Der Bund, die Länder und die Wirtschaft müssen entschlossen gemeinsam handeln.“

Die Dringlichkeit unterstreicht auch bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock. Er kritisiert die bisherigen gesetzlichen Regelungen als unzureichend. „Die geplanten Novellen im Batterie- und Elektroaltgeräte-Recht reichen bei weitem nicht aus“, so Rehbock. „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern zwölf, heißt: Die Entsorgungswirtschaft steht kurz vor dem Kollaps.“

320°/re

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