Chemisches Recycling
Ein neues Verfahren soll künftig das recyceln, was bisher als kaum verwertbar galt: Sortierreste in Form von verschmutzten und vermischten Kunststoffabfällen. Hinter dem Vorhaben stehen die Betreiber der österreichischen Sortieranlage TriPlast.
Aus Kunststoffresten sollen Lebensmittelverpackungen werden
Ein Jahr nach der Inbetriebnahme der Sortieranlage TriPlast im oberösterreichischen Ennshafen planen die Eigentümer einen Ausbau, um künftig auch die Sortierreste verarbeiten zu können. Die Altstoff Recycling Austria AG (ARA), das Bau- und Rohstoffunternehmen Bernegger und Der Grüne Punkt wollen 35 Millionen Euro in ein neues Werk investieren, das neben der bestehenden Anlage errichtet werden soll.
Die bestehende Anlage TriPlast verfügt über eine Jahreskapazität von rund 100.000 Tonnen Leichtverpackungen aus dem Gelben Sack und der Gelben Tonne. Im ersten Betriebsjahr konnte die Sortiertiefe von den geplanten 80 auf 85 Prozent gesteigert werden. „Das Ziel muss dabei sein, diese Mengen im Anschluss auch möglichst vollständig zu recyceln“, erklärt ARA-Vorstand Thomas Eck.
Auch für Getränkekartons
ARA setzt dafür auf das selbst entwickelte sogenannte Upcycle-Verfahren. Bisher wurde das Verfahren in einer Pilotanlage im niederösterreichischen Pöchlarn erprobt. Künftig sollen damit im industriellen Maßstab jährlich bis zu 41.000 Tonnen Sortierreste verarbeitet werden. Dabei handelt es sich um jene Kunststofffraktionen, die für herkömmliche Recyclingprozesse als ungeeignet gelten, da sie beispielsweise zu klein, zu stark verschmutzt oder untrennbar vermischt sind. Bislang werden diese Materialien fast ausschließlich als Ersatzbrennstoff thermisch verwertet.
Im Upcycle-Verfahren werden einzelne Fraktionen durch eine vorgeschaltete Feinsortierung gezielt gereinigt. Das Ergebnis ist eine angereicherte Polyolefin-Fraktion, die über ein chemisches Recycling zu einem Sekundärrohstoff verarbeitet werden soll, der für sensible Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen wieder zugelassen werden kann. Die Polyolefin-Fraktion könnte laut den Anlagenbetreibern auch mechanisch recycelt werden. Dabei könnten auch Mengen aus anderen Sortierbetrieben aufgenommen werden. Darüber hinaus biete die Anlage auch eine Lösung für die Aufbereitung von Getränkeverbundkartons.







