Transformation

Der Stahlkonzern voestalpine sichert die Rohstoffversorgung für den Umbau seiner Stahlproduktion ab. Er plant den Bau neuer Elektrolichtbogenöfen – und hat dafür einen langfristigen Liefervertrag mit dem Stahlschrottrecycler TSR geschlossen.

Stahlschrott: TSR schließt Liefervertrag mit voestalpine


Die TSR Group hat einen langfristigen Liefervertrag mit dem Stahlkonzern voestalpine geschlossen. Vertragspartner auf Seiten von TSR sind die Tochtergesellschaften Johann Neumüller mit Sitz in Linz und Alfa Rohstoffhandel in München. Sie werden voestalpine künftig an den Standorten Linz und Donawitz mit aufbereiteten Schrottqualitäten beliefern.

Ziel der Vereinbarung ist es, die Versorgungssicherheit des voestalpine-Konzerns mit Recyclingrohstoffen langfristig abzusichern und so eine stabile Grundlage für die Transformationsstrategie des Konzerns zu schaffen. Die Belieferung läuft zunächst bis ins Jahr 2034 und sieht ab 2027 eine Ausweitung der Liefermengen vor, um den steigenden Bedarf im Zuge der technologischen Transformation der Stahlproduktion zu unterstützen. Angaben zu den vereinbarten Mengen macht TSR nicht. 

Versorgung als strategische Kernfrage

Für voestalpine steht der Vertrag in direktem Zusammenhang mit der Konzernstrategie „greentec steel“. „Als voestalpine haben wir mit greentec steel einen klaren Stufenplan zur Transformation unserer Stahlproduktion“, sagt Hubert Zajicek, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division.

Ein zentraler Punkt des Plans ist die technologische Umstellung der Stahlherstellung. So sollen im Jahr 2027 zwei neue Elektrolichtbogenöfen (EAF) in Linz und Donawitz den Betrieb aufnehmen, die primär Stahlschrott als Einsatzmaterial nutzen. Nach Unternehmensangaben sollen im Elektrolichtbogenofen (EAF) in Linz jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen CO2-reduzierter Stahl produziert werden. In Donawitz ist eine Jahreskapazität von 850.000 Tonnen geplant. „Durch diese Technologieumstellung wird in Zukunft deutlich mehr Schrott benötigt, die ausreichende Verfügbarkeit von Schrott nimmt somit eine wichtige Rolle ein“, erklärt Zajicek.

Aus Sicht der TSR Group adressiert die Vereinbarung eine grundsätzliche Entwicklung. „Versorgungssicherheit ist heute keine technische Frage mehr, sondern eine strategische Kernfrage für die Industrie“, sagt Denis Reuter, Chief Operating Officer der TSR Group. Die bewusste Entscheidung für heimische Recyclingrohstoffe erhöhe die Resilienz der Industrie gegenüber geopolitischen Spannungen und volatilen Weltmärkten.

320°/re

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