Elektrogeräte

Die Nachfrage ist groß, die Bilanz für die Umwelt und das lokale Handwerk ist gut. Dennoch soll der Reparaturbonus in Berlin nicht fortgesetzt werden. Es fehlt Geld.

Berliner Reparaturbonus droht das Aus


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wendet sich gegen das drohende Aus des Berliner Förderprogramms für die Reparatur privater Elektrogeräte. «Der Reparaturbonus ist ein äußerst erfolgreiches Instrument, wenn es um die nachhaltige Stärkung umweltbewussten Verhaltens geht», erklärte Tobias Quast-Malur, Referent für Abfall- und Ressourcenpolitik des BUND. Um dauerhaft Wirkung zu erzielen, dürfe das erst 2024 begonnene Programm nicht gleich wieder dem Sparzwang zum Opfer fallen, sondern müsse in den kommenden Jahren weiterlaufen.

Momentan sieht es jedoch nicht so aus. «Nach aktuellem Stand kann das Programm für den Reparaturbonus nicht fortgesetzt werden, da derzeit keine finanziellen Mittel zur Fortsetzung zur Verfügung stehen», erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt auf Anfrage. «Eine finale Entscheidung kann aber erst nach Abschluss der Haushaltsberatungen getroffen werden.» 

Große Resonanz 

Der Senat hatte den Reparaturbonus im September 2024 ins Leben gerufen, um eine nachhaltige Nutzung von Elektrogeräten zu fördern, Abfall zu vermeiden und zur Schonung von Ressourcen beizutragen. Das Land beteiligte sich an der Reparatur von Handys, Laptops, Waschmaschinen oder Waffeleisen mit bis zu 50 Prozent der Kosten, maximal jedoch mit 200 Euro. Bei einer Reparatur in einem Repair-Café oder ähnlichen Initiativen übernahm das Land 100 Prozent des Ersatzteilpreises.

Das Programm, das pro Jahr 1,25 Millionen Euro umfasste, stieß auf große Resonanz bei den Berlinerinnen und Berlinern. Ende Juni teilte die Umweltverwaltung mit, dass für das laufende Jahr 2025 wegen der starken Nachfrage alle Mittel aufgebraucht und keine neuen Anträge mehr möglich seien. Seit Beginn des Programms im September 2024 wurden demnach mehr als 14.000 Reparaturen von Elektro- und Elektronikgeräten gefördert. 

Grafik: picture alliance/dpa-Infografik

Durch das Projekt werde wieder klar, wie sehr sich Reparatur lohne, sagte BUND-Mann Quast-Malur. «Der Bonus gibt für viele Menschen den Anstoß, statt eines schnellen Neukaufs die Instandsetzung defekter Geräte überhaupt erst wieder ernsthaft ins Auge zu fassen.» Neben Verbrauchern und der Umwelt profitiere auch das lokale Reparaturhandwerk. «Eine Win-Win-Win-Situation», meinte Quast-Malur. 

Der schwarz-rote Berliner Senat hatte seinen Entwurf für den Doppelhaushalt 2026/2027 am 22. Juli beschlossen. Nach der Sommerpause berät das Abgeordnetenhaus über den Etat, dabei sind noch Änderungen möglich. Voraussichtlich im Dezember wird das Parlament den Haushalt dann endgültig beschließen.

320°/dpa/re

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