Brandrisiko
Der Konsum von Lachgas als Trenddroge boomt. Zurück bleiben Tausende leere Einwegflaschen und Kartuschen, die für die Abfallwirtschaft zur ernsthaften Gefahr werden. Frankfurt will nun mit einer Kampagne aufklären.
Frankfurt fordert Pfandpflicht für Lachgas-Kartuschen
Eine einzige Gaskartusche, achtlos im Restmüll entsorgt, kann eine ganze Müllverbrennungsanlage lahmlegen. Dieses Szenario stellt ein reales Risiko für die kommunale Entsorgung dar. Explodiert ein solcher Behälter im Verbrennungsofen, können Bauteile wie der Rost oder die schützende Ausmauerung massiv beschädigt werden, wie es in einigen Entsorgungsanlagen bereits dokumentiert wurde.
In Frankfurt am Main hat dieses Müllproblem eine neue Dimension erreicht. Allein im vergangenen Jahr sammelte die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) 6.000 dieser Kartuschen ein. FES-Geschäftsführer Benjamin Scheffler warnt vor den Folgen, denn Schätzungen zufolge sei „jede fünfte Lachgas-Kartusche nicht komplett leer“. Sie werden somit zu Sondermüll, der die städtische Entsorgungsinfrastruktur und das Klima belastet.
Angesichts dieser Entwicklung fordern die Verantwortlichen der Stadt nun eine bundesweite Regelung. Gemeinsam mit Umweltdezernentin Tina Zapf-Rodríguez (Grüne) verlangt Scheffler die Einführung einer Pfandpflicht für Gaskartuschen ab 200 Millilitern. Ein solches System würde den Druck erhöhen, die Behälter ordnungsgemäß ins Recycling zurückzuführen.
Neue Kampagne „Merkste was?“
Hintergrund ist der rasant gestiegene Konsum von Distickstoffmonoxid (N2O), bekannt als Lachgas, als Droge. Der Wirkstoff, der auch als Narkosemittel und als Treibgas für Sprühsahne dient, ist in Deutschland bislang frei verkäuflich. „Es ist unglaublich, wie viele Jugendliche und junge Erwachsene Lachgas konsumieren“, so Zapf-Rodríguez. Der Gebrauch auf öffentlichen Plätzen, Partys und Schulhöfen sei alltäglich geworden.
Die Stadt Frankfurt hat bereits mit einem lokalen Verkaufsverbot von Lachgas an Minderjährige sowie einem Konsumverbot auf öffentlichen Plätzen reagiert. Doch diese Maßnahmen reichen offenbar nicht aus, um den Trend zu stoppen.
Um Jugendliche gezielt über die Nebenwirkungen aufzuklären, startet die Stadt nun die Kampagne „Merkste was?“. In einer an Computerspiele erinnernden Optik werden die gesundheitlichen Folgen und ökologischen Risiken des Konsums gezeigt. Die Kampagne soll verdeutlichen, dass die vermeintlich harmlose Partydroge ernste und oft unterschätzte Langzeitfolgen haben kann.




