Stahlschrottverwerter

Rund 300.000 Tonnen Edelstahlschrott verarbeitete das Buderus-Stahlwerk pro Jahr, doch nun steht der Elektro-Lichtbogenofen vor dem Aus. Noch im Herbst soll das Werk geschlossen werden.

Buderus Edelstahl wird zerschlagen


Rund ein Jahr nach dem Verkauf an die Beteiligungsgesellschaft Mutares wird der Stahlhersteller Buderus Edelstahl in Wetzlar zerschlagen. Wie Mutares mitteilte, soll das Stahlwerk des Unternehmens bis Ende Oktober geschlossen werden. Von der Schließung seien 450 der rund 1.120 Arbeitsplätze betroffen, sagte ein Mutares-Sprecher.

Für die beiden Geschäftsbereiche Warmwalzwerk und mechanische Bearbeitung einschließlich der Wärmebehandlung wurde der Verkauf an die Georgsmarienhütte (GHM) Gruppe vereinbart. Die Transaktion soll im vierten Quartal vollzogen werden. 

Darüber hinaus wird der Geschäftsbereich Gesenkschmiede an die ebenfalls zu Mutares gehörende FerrAl United Group verkauft. Der Automobilzulieferer bietet Schmiede- und Gussteile an, bearbeitet Komponenten und Baugruppen und betreibt nach Angaben des Mutares-Sprechers bereits sechs Gesenkschmieden. Durch die Verkäufe könnten voraussichtlich rund 670 Arbeitsplätze am Standort gesichert werden. In einer Mitteilung spricht Mutares von „weiterhin herausfordernden Marktbedingungen in der Stahlindustrie“.

Großer Stahlschrottverwerter

Buderus setzte in der Vergangenheit in seinem Elektro-Lichtbogenofen rund 300.000 Tonnen Edelstahlschrott pro Jahr ein. Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hatte den Stahlhersteller mit damals rund 1.130 Beschäftigten im Oktober vergangenen Jahres vom österreichischen Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine übernommen. Bereits seinerzeit zeichneten sich personelle Einschnitte bei Buderus Edelstahl ab.

Wie Mutares mitteilt, sollen noch in dieser Woche sollten Gespräche über Sozialpläne mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden. Zudem sei eine Stellenausschreibung der GHM-Gruppe vorgesehen, über die gegebenenfalls rund 60 der von der Stahlwerk-Schließung betroffenen Beschäftigten übernommen werden könnten. Buderus Edelstahl erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 360 Millionen Euro.

320°/re

Mehr zum Thema
„Wer Kreislaufwirtschaft möchte, muss diese auch kaufen“
Laser statt Klebstoff: Wie Papier recyclingfähiger wird
On demand: Eine Solarbatterie liefert Wasserstoff auf Abruf
Roboter sollen smarte Textilien sortieren
Irland will Zirkularitätsrate bis 2030 versechsfachen
EU-Altfahrzeugverordnung passiert die Ausschüsse
Harze aus Sägemehl bestehen den Praxistest
Wie Rostasche zum CO2-Speicher werden soll
Jetzt kommt die Kunststoff-Weinflasche mit Glasschicht
Hamburg will Schiffsrecycling-Standort werden