Exporte nach Polen

Ermittler haben ein Netzwerk für illegale Müllexporte aufgedeckt. Im Fokus stehen deutsche Unternehmen, die über Jahre hinweg illegal Abfälle nach Polen exportiert haben sollen. Die Fäden des Müllhandels laufen im niedersächsischen Weserbergland zusammen.

Europaweite Ermittlungen wegen illegaler Müllexporte


Anfang September durchsuchten polnische Behörden mehrere Firmengelände in Polen. Neben lokalen Beamten waren auch Ermittler der Polizei aus Hameln und Experten der europäischen Polizeibehörde Europol vor Ort. Die Razzia war der vorläufige Höhepunkt einer jahrelangen Jagd auf die Verantwortlichen hinter Hunderten illegalen Mülltransporten.

Im Zentrum der Ermittlungen stehen mehrere Unternehmen aus dem niedersächsischen Weserbergland. Ihnen wird vorgeworfen, Abfälle systematisch und unerlaubt in andere EU-Staaten verbracht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim und die Polizeidirektion Hameln-Pyrmont/Holzminden mitteilten. Ein Schwerpunkt der illegalen Exporte soll das Nachbarland Polen gewesen sein, das seit Jahren mit den ökologischen Folgen von Müllimporten kämpft.

Die Ermittlungen in diesem Fall reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Bereits in den Jahren 2021 und 2023 führten die Behörden umfangreiche Durchsuchungen bei Firmen der Abfallbranche in Niedersachsen und weiteren Bundesländern durch. Die dabei sichergestellten Beweismittel erhärteten den Verdacht der illegalen Abfallverbringung, so die Ermittler.

Über die genaue Art der Abfälle halten sich die Behörden auf Nachfrage bedeckt. Es handele sich um deklarierungspflichtige Stoffe, hieß es lediglich. Laut Interpol ist die Umweltkriminalität eines der profitabelsten Verbrechen weltweit. Oft werden Abfälle falsch deklariert, etwa als Wertstoffe für das Recycling, obwohl es sich um nicht oder nur schwer wiederverwertbaren Restmüll handelt. Dieser landet dann im Zielland auf illegalen Deponien oder wird unsachgemäß verbrannt.

Derzeit dauern die Ermittlungen im niedersächsischen Fall noch an. Die Auswertung der bei den jüngsten Razzien sichergestellten Beweismittel soll nun weitere Aufschlüsse über die genauen Wege des Mülls, die beteiligten Akteure und das Ausmaß des Schadens liefern.

320°/dpa/re

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