Alternative zu Kunststoff
Die Kunststoff-Kartusche bekommt Konkurrenz. In diesem Monat kommt eine Alternative aus Pappe auf den Markt. Einzelne Komponenten bestehen aus recyceltem Kunststoff.
Neue Papp-Kartusche aus Recyclingmaterial
Auf Baustellen und in den Werkzeugkisten von Heimwerkern ist die Kunststoff-Kartusche für Silikone und Klebstoffe seit Jahrzehnten ein vertrauter Anblick. Ihre grundlegende Technologie wurde in den 1930er-Jahren entwickelt und dominiert bis heute den Markt. Herkömmliche Modelle bestehen hauptsächlich aus Kunststoff. Nach dem Gebrauch muss die gesamte Packung im Restmüll entsorgt werden, da die Materialien mit Kleb- oder Dichtstoffresten verunreinigt sind.
In diesem Monat wird der Konsumgüterkonzern Henkel eine neue Kartusche auf den Markt bringen, die die Kreislauffähigkeit des Produkts steigern soll. Der neue Kartuschenkörper besteht zu 100 Prozent aus recycelter Pappe und umschließt einen dünnen Schlauchbeutel, der das eigentliche Produkt enthält. Komponenten wie Verschlusskappe, Düse und Kolben werden aus mindestens 49 Prozent recyceltem Kunststoff gefertigt.
„Unsere neue papierbasierte Kartuschen-Technologie ist das Ergebnis einer zweijährigen intensiven Entwicklungs- und Testphase mit mehr als 3.000 professionellen Anwendern und Heimwerkern“, erläutert Baptiste Chieze, Director Marketing bei Henkel.

In der Herstellung reduziere sich die eingesetzte Kunststoffmenge pro Kartusche um mindestens 51 Prozent im Vergleich zu aktuellen Standardkartuschen, erklärt Henkel. Zudem die nicht wiederverwertbaren, verunreinigten Teile (Verschlusskappe, Düse, Kolben und innerer Beutel) nach Gebrauch vollständig getrennt und im Restmüll entsorgt werden. Im Ergebnis könne so die Menge des nicht wiederverwertbaren Abfalls pro Kartusche um 73 Prozent reduziert werden.
Die europaweite Markteinführung beginnt in diesem Monat mit Sanitär- und Mehrzweck-Silikondichtstoffen. Eine zweite, umfassendere Umstellungswelle für das breite Portfolio an Montageklebstoffen und Silikonen ist für 2026 geplant. Henkel will zudem in den kommenden Jahren prüfen, welches Potenzial die Pappkartusche in weiteren globalen Märkten besitzt.








