Glasähnliches Material
In Monaco trifft sich bald die Elite der Verpackungsdesigner. Im Fokus steht ein altes Dilemma: die Nachhaltigkeit. Ein neues, chemisch recyceltes Material soll nun den Spagat zwischen Opulenz und Kreislaufwirtschaft schaffen.
Chemisches Recycling trifft auf Luxusverpackung
Ende des Monats blickt die Luxusbranche wieder nach Monaco. In den Hallen des Grimaldi Forums werden auf der Fachmesse „Luxe Pack“ vom 29. September bis zum 1. Oktober die neuesten Entwürfe für Luxusverpackungen präsentiert. Doch zwischen all dem Glanz und den edlen Materialien ringt die Industrie mit einer ihrer größten Herausforderungen: der Nachhaltigkeit.
Die Welt der Luxusgüter lebt von makelloser Ästhetik, von Brillanz und dem Versprechen exklusiver Qualität. Gleichzeitig wächst der Druck von Verbrauchern und Regulierungsbehörden, den ökologischen Fußabdruck drastisch zu reduzieren und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu etablieren. An diesem Punkt standen hochwertige Verpackungen aus recyceltem Kunststoff bislang oft im Widerspruch zu den Ansprüchen der Premium-Marken.
Auf der diesjährigen Messe in Monaco werden der maltesische Verpackungshersteller Toly und der US-Chemiekonzern Eastman eine Lösung für dieses Problem vorstellen. Ihre neue Kosmetikverpackungslinie „Gemini“ wird aus einem Harz gefertigt, das zu 100 Prozent aus recyceltem Material besteht. Das Material namens „Cristal One Renew IM812“ soll am Beispiel einer Puderdose beweisen, dass sich opulente Optik und ökologische Verantwortung nicht ausschließen.
„Hochwertige Optik und Haptik“
Möglich macht dies das molekulare Recycling, auch bekannt als chemisches Recycling. Bei diesem Verfahren werden die Polymere in ihre ursprünglichen molekularen Bausteine zerlegt. Aus den Monomeren entsteht ein neues Harz, dessen Qualität sich nicht angeblich von neu produziertem Kunststoff unterscheidet und das selbst für anspruchsvollste Anwendungen geeignet ist.
„Mit Cristal One Renew IM812 können wir unseren Kunden Verpackungslösungen anbieten, die es Marken ermöglichen, strenge Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig die hochwertige Optik und Haptik zu bieten, die die Verbraucher erwarten“, erklärt Olaf Zahra, Leiter der Bereiche Technik und Nachhaltigkeit bei Toly. Die neue Verpackungslinie seines Unternehmens ist die erste, die auf diesen innovativen Rohstoff setzt.

Laut Eastman verfügt das Material über Eigenschaften, die insbesondere für die Kosmetikbranche wichtig sind. So besitzt es eine glasähnliche Transparenz, die auch bei dickwandigen Verpackungen erhalten bleibt und so luxuriöse Designs ohne Abstriche bei der Brillanz ermöglicht. Gleichzeitig kann es einen zertifizierten Recyclinganteil von bis zu 100 Prozent aufweisen, was die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen drastisch reduziert.
Wie Eastman betont, ist das neue Material auch vollständig mit den bestehenden Recyclingströmen für PET (Polyethylenterephthalat) kompatibel. Führende europäische und amerikanische Organisationen wie die European PET Bottle Platform (EPBP), die Association of Plastic Recyclers (APR) und die Initiative RecyClass hätten diese Kompatibilität zertifiziert.







