Thüringen

Das Aus des Reparaturbonus in Thüringen stößt bei den Grünen auf Kritik. Sie hatten das Modellprojekt einst ins Leben gerufen. Der nun zuständige Umweltminister sieht den Bund in der Pflicht.

Göring-Eckardt kritisiert Abschaffung des Reparaturbonus


Die Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt hat die Abschaffung des beliebten Reparaturbonus in Thüringen kritisiert. „Seid ihr eigentlich verrückt geworden?“, fragte Göring-Eckardt in einem am Freitag auf der Plattform X verbreiteten Video. Ausgerechnet der Umweltminister habe beschlossen, dass es den Zuschuss nicht mehr geben soll. Sie rief die Landesregierung aus CDU, BSW und SPD dazu auf, den Bonus wieder einzuführen.

Der Reparaturbonus war von der damaligen rot-rot-grünen Landesregierung eingeführt worden – Thüringen galt mit dem Modellprojekt als Vorreiter. Zuständig war das damals von den Grünen geführte Umweltministerium. Mit dem Programm wurden jährlich Tausende Reparaturen von Handys, Kaffeemaschinen, Waschmaschinen, Kühlschränken oder Elektroherden gefördert. Jeder Thüringer konnte dafür bis zu 100 Euro pro Jahr beantragen.

Angespannte Haushaltslage 

Ab 2026 wird der Zuschuss gestrichen. Grund dafür sei die angespannte Haushaltslage des Landes, teilte das von Tilo Kummer (BSW) geführte Umweltministerium mit. Kummer sieht den Bund in der Pflicht.

Thüringen habe damit einen wichtigen Anschub zur Vermeidung von Elektroschrott geleistet, sagte er. „Jetzt ist die Zeit gekommen, wo der Bund gefordert ist und EU-Recht innerhalb des nächsten Jahres in Bundesrecht umsetzen muss.“

320°/dpa

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