Zahlen für 2024
„Der österreichische Weg wirkt“, sagt der österreichische Umweltminister Totschnig zufrieden. Doch die berechnete Sammelquote für Elektroaltgeräte wäre noch höher – wenn da nicht die Photovoltaik-Paneele wären.
Österreich sammelt mehr Elektroaltgeräte und Altbatterien
Es war die Präsentation einer zunehmenden Sammelmoral, als die österreichische Elektroaltgeräte Koordinierungsstelle (EAK) gemeinsam mit dem Klimaschutzministerium in Wien ihre Jahresbilanz für 2024 vorstellte. Laut den Zahlen stieg die Menge der gesammelten Elektroaltgeräte aus Österreichs Haushalten um mehr als zehn Prozent, jene der Gerätealtbatterien sogar um 18 Prozent.
Insgesamt brachten die Österreicherinnen und Österreicher im vergangenen Jahr 157.437 Tonnen ausgedienter Elektro- und Elektronikgeräte zu den Sammelstellen. Dies entspricht einer Pro-Kopf-Menge von 17,3 Kilogramm und einem Zuwachs von rund 15.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig kamen 247.997 Tonnen neuer Geräte auf den Markt, wodurch sich die offizielle Sammelquote auf etwa 51 Prozent erhöhte. Gleichwohl ist das immer noch deutlich unter der vorgeschriebenen Sammelquote von 65 Prozent.
Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig sieht die nationale Strategie dennoch bestätigt. „Der österreichische Weg wirkt“, so der Minister. Den Erfolg führt er auf „Europas dichtestes Sammelnetz mit rund 2.000 kommunalen Annahmestellen und die enge Zusammenarbeit von Gemeinden, Wirtschaft und Handel“ zurück. Im EU-Vergleich liege Österreich mit über 17 Kilogramm gesammelten Elektroaltgeräten pro Einwohner bzw. Einwohnerin im Spitzenfeld.
Kritik an der 65-Prozent-Quote
Eine noch bessere Entwicklung zeigt sich bei den Altbatterien. Hier stieg die Sammelmenge um 18 Prozent auf 3.538 Tonnen. Damit erreicht das Land eine Sammelquote von knapp 53 Prozent und übertrifft die EU-Vorgabe von 45 Prozent deutlich.
Im Bereich der Fahrzeugbatterien wurden 7,8 Prozent und bei den Industriebatterien sogar 13,2 Prozent mehr gesammelt. Der Anteil der langlebigen und damit den Rücklauf vermindernden Lithium-Batterien an der gesamten in Verkehr gebrachten Masse von Gerätebatterien lag wie auch in den Jahren zuvor bei rund 46 Prozent.
Doch trotz der guten Zahlen erneuerte der EAK-Aufsichtsratsvorsitzende Robert Pfarrwaller seine Kritik an der vorgeschriebenen Sammelquote von 65 Prozent. So liege die österreichische Sammelquote theoretisch bei 63 Prozent. Dieser Wert werde jedoch durch den anhaltenden Boom bei Photovoltaik-Paneelen und Speichersystemen nach unten gedrückt.
Denn die Photovoltaik-Paneele und die dazugehörigen Speichersysteme werden bei der Berechnung der in Verkehr gebrachten Gesamtmenge berücksichtigt. Aufgrund ihrer Langlebigkeit von 20 Jahren und mehr gibt es hier jedoch kaum einen Rücklauf an Altgeräten. Dieser Umstand drückt die errechnete Sammelquote von dem theoretischen Wert von 63 Prozent auf die ausgewiesenen 51 Prozent.
Pfarrwaller fordert daher Anpassungen bei der Berechnung der EU-Quote. „Die Zielvorgaben der EU müssen realistisch gestaltet werden“, fordert er. Zudem müssten die Kalkulationsmethoden für die Sammelquote zeitnah geändert werden.






