Elektrolyseanlage
Auf einer ehemaligen Deponie in Freiburg entsteht ein lokales Ökosystem für grünen Wasserstoff. Damit soll die Abfallsammlung CO2-neutral werden. Und das, ohne die Gebühren zu erhöhen.
Grüner Wasserstoff für Freiburgs Müllabfuhr
In Freiburg haben die Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg (ASF), der regionale Energieversorger badenova und die Stadtverwaltung eine eigene Wasserstofftankstelle in Betrieb genommen. Sie ist der erste sichtbare Meilenstein auf dem Weg zu einer autarken Wasserstoffversorgung auf dem Gelände einer ehemaligen Deponie. Das Projekt soll die Umstellung auf klimaneutrale Antriebe mit dem Aufbau einer eigenen Wasserstoff-Infrastruktur verbinden.
Verantwortlich für die Umsetzung ist die ASF Solar GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von ASF und badenova. Das Konzept sieht vor, den Wasserstoff ab 2026 direkt vor Ort zu produzieren. Dafür wird am Osthang der Deponie noch in diesem Jahr ein Solarpark mit einer Leistung von rund 2,6 Megawatt-Peak (MWp) errichtet, der sich über eine Fläche von 2,4 Hektar erstreckt.
Rund 40 Prozent des dort erzeugten Sonnenstroms fließen dann in eine neue Elektrolyseanlage, die ab 2026 jährlich bis zu 140 Tonnen grünen Wasserstoff herstellen soll. Der restliche Energiebedarf wird durch einen Mix aus regionalem Windstrom und zugekauftem Ökostrom gedeckt. Bis die Anlage in Betrieb geht, sichert ein regionaler Gaslieferant die Versorgung der Tankstelle, zum Teil auch mit grünem Wasserstoff.
Mit dem Wasserstoff wird vorrangig der bestehende Fuhrpark für die Abfallsammlung der ASF versorgt. Die ASF hat bereits Anfang 2025 ihre gesamte Flotte von 22 Sammelfahrzeugen für Bioabfall, Papier, Rest- und Sperrmüll auf Brennstoffzellenantrieb umgestellt. Laut ASF dauert die Betankung eines Fahrzeugs lediglich 15 Minuten. Je nach Sammeltour sei eine Betankung ein- bis zweimal pro Woche erforderlich.
Die Anlage ist so dimensioniert, dass auch ein perspektivischer Ausbau der ASF-Flotte in den kommenden Jahren abgedeckt ist. Die Inbetriebnahme der gesamten Anlage inklusive der Betankung der Fahrzeuge mit dem vor Ort erzeugten grünen Wasserstoff ist für Anfang des zweiten Quartals 2026 anvisiert. Freiburg will so eine CO2-neutrale Abfallsammlung realisieren, ohne die Gebühren für die Bürger zu erhöhen.
„So kann die Transformation gelingen“
Das Gesamtprojekt erfordert eine Investition von rund acht Millionen Euro, von denen 4,25 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen stammen. Dazu gehören Mittel aus dem Zukunftsfonds der Stadt Freiburg, vom Land Baden-Württemberg und aus dem trinationalen Projekt „Hydrogen Valley Südbaden“.
Die Projektpartner betrachten den eingeschlagenen Weg als alternativlos, um die Klimaziele zu erreichen. „Sowohl die Stadt Freiburg als auch badenova und ASF wollen bis 2035 klimaneutral sein“, betont Oberbürgermeister Martin Horn. „Wir haben die komplette Abfallsammel-Flotte der ASF auf Brennstoffzellen umgestellt und bauen an einer ehemaligen Deponie PV-Anlage und Elektrolyseur, die grüne Energie liefern. So kann die dringend notwendige Transformation gelingen.“








