Compliance

Ein neues Online-Portal soll es deutschen Unternehmen leichter machen, ihre Pflichten im Rahmen der Herstellerverantwortung in Österreich zu erfüllen. Die Plattform verspricht eine Verpackungslizenzierung in weniger als zehn Minuten.

Neue Plattform für Verpackungslizenzierung in Österreich


Für deutsche Unternehmen, die ihre Produkte nach Österreich exportieren, soll die Abwicklung ihrer Verpflichtungen im Rahmen der Erweiterten Produzentenverantwortung (EPR) einfacher werden. Das Kölner Unternehmen Circular Pro hat dazu eine Online-Plattform gestartet, die die Lizenzierung von Verpackungen sowie die damit verbundenen administrativen Aufgaben vollständig digital und somit effizienter gestalten soll. Österreich ist der erste Markt, in dem das Angebot verfügbar ist.

Die EPR verpflichtet Hersteller und Händler, die Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen – von der Herstellung bis zur Entsorgung. In der Praxis bedeutet dies, dass Unternehmen für die Sammlung und Verwertung ihrer in Umlauf gebrachten Verpackungen finanziell aufkommen müssen. Die nationalen Vorschriften sind jedoch oft komplex und unterscheiden sich von Land zu Land, was besonders für international tätige Unternehmen eine Herausforderung darstellt.

„Wir sind überzeugt, dass Unternehmen, die komplexen und unüberschaubaren Vorgaben im Umfeld von Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaft unterliegen, eine einfache und zentrale Lösung brauchen“, erklärt Christian Abl, Geschäftsführer der Circular Pro GmbH.

„One-Stop-Shop“ für die Kreislaufwirtschaft

Die neue Plattform verspricht, den Prozess der Verpackungslizenzierung für Österreich in weniger als zehn Minuten abzuschließen. Ein integriertes System zur Überwachung der Einhaltung von Vorschriften (Compliance-Monitoring) soll zudem auf offene Verpflichtungen und rechtliche Risiken hinweisen, um Verstöße und mögliche Bußgelder zu vermeiden.

Darüber hinaus soll das Angebot zu einem umfassenden „One-Stop-Shop für Kreislaufwirtschaft“ ausgebaut werden. Dazu will Circular Pro die Plattform auch für externe Partner öffnen, die ihre eigenen Dienstleistungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft anbieten können.

Perspektivisch zielt das Unternehmen darauf ab, die Abwicklung von EPR-Pflichten über die Plattform für die gesamte Europäische Union zu ermöglichen. Circular Pro ist eine Tochter der Raan-Gruppe, zu der auch der duale Systembetreiber Reclay gehört.

320°/re

Mehr zum Thema
Alttextilkrise: Grüne fordern Sofortmaßnahmen
Erste EU-Anlage zerlegt Magnete – mit Wasserstoff
München durchleuchtet seine Häuser nach Rohstoffen
Reparaturbonus: Thüringen scheitert mit Bundesratsvorstoß
Schneider kündigt Verbot von Einweg-E-Zigaretten an
Thüringen drängt den Bund zum Reparaturbonus
Stellantis eröffnet weiteres Demontagezentrum
Jokey und Remondis testen den Weg zum PP-Kreislauf
Zu wenig Kunststoffrezyklate? Was gegen die Lücke helfen könnte
Studie: Zirkuläre Wertschöpfung ließe sich verdoppeln
Batterierecycling: Clarios übernimmt – Ecobat zieht sich zurück
DIHK rüffelt Berlin: Keine Impulse für die Kreislaufwirtschaft