Emissionshandel
Der CO2-Preis sollte 2027 auf rund 80 Euro steigen, doch dieser Sprung fällt nun aus. Darauf haben sich Vertreter der Regierungskoalition verständigt. Sie reagieren damit auf den gefundenen Kompromiss der EU-Umweltminister zum Klimaziel 2040.
Koalition will CO2-Preis für 2027 stabil halten
Im deutschen Fahrplan zur CO2-Bepreisung klafft seit Kurzem eine Lücke für das Jahr 2027. Die regulatorische Leerstelle ist das direkte Ergebnis der Marathon-Verhandlung der EU-Umweltminister in Brüssel, die sich am 5. November auf das Klimaziel für 2040 verständigt und dabei auch den Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr (ETS 2) auf 2028 verschoben hatten.
Die Pläne in Deutschland sahen ursprünglich vor, das nationale BEHG zum Jahr 2027 nahtlos in das europäische ETS-2 zu überführen. Dieser Mechanismus hätte für Verbraucher eine deutliche Kostensteigerung bedeutet – so wäre der CO2-Preis von 55 bis 65 Euro im Jahr 2026 auf rund 80 Euro je Tonne im Jahr 2027 gestiegen. Ein solcher Sprung hätte das Tanken mit Benzin und Diesel sowie das Heizen mit Öl und Gas schlagartig verteuert.
Durch die Verschiebung des ETS 2 auf das Jahr 2028 wird nun aber das nationale Preissystem (BEHG) bis Ende 2027 weitergeführt. Darauf haben sich die beiden Vize-Fraktionsvorsitzenden Andreas Jung (CDU) und Esra Limbacher (SPD) verständigt. Der Plan sieht vor, den bereits für 2026 definierten Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne auf das Jahr 2027 auszuweiten. „Wir brauchen jetzt im Sinne der Planungssicherheit und Verlässlichkeit schnell Klarheit, welcher CO2-Preis in Deutschland im Jahr 2027 gilt“, teilten Jung und Limbacher der Deutschen Presse-Agentur mit.
Das Bundesumweltministerium muss nun prüfen, wie die Verlängerung rechtlich umsetzbar ist und welche Änderungen am Brennstoffemissionshandelsgesetz dafür notwendig werden. Deutschland war 2021 mit seinem nationalen Emissionshandelssystem gestartet, beginnend mit einem Festpreis von 25 Euro je Tonne. Aktuell liegt der CO2-Preis für die Sektoren Verkehr und Gebäude bei 55 Euro. Mit einer schrittweise steigenden CO2-Bepreisung soll ein Anreiz für mehr Sparsamkeit sowie zu einem Umstieg auf klimafreundliche Technologien gesetzt werden, um CO2-Emissionen zu verringern.
Der CO2-Preis basiert auf einem nationalen Emissionshandelssystem. Große Unternehmen, die Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verkaufen, müssen dafür Emissionszertifikate erwerben. So entsteht ein Preis für jede ausgestoßene Tonne CO2. Die Kosten werden an die Endverbraucher weitergegeben. Durch eine steigende CO2-Bepreisung verteuern sich das Tanken mit Benzin und Diesel sowie das Heizen mit Erdgas und Öl.





