Zahlen für 2024
Die Mengen steigen: Deutschlands Müllverbrennungsanlagen haben 2024 so viel Abfall verarbeitet wie nie zuvor. Auch die Energiebilanz kann sich sehen lassen.
Deutsche Abfallverbrenner melden Rekorddurchsatz
Die deutschen Müllverbrennungsanlagen laufen auf Hochtouren. Wie die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) mitteilt, haben die Betreiber im Jahr 2024 einen neuen Rekorddurchsatz erzielt.
Insgesamt wurden in den 92 Anlagen der ITAD rund 25,9 Millionen Tonnen Abfall thermisch behandelt. Das entspricht einer leichten Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Bemerkenswert ist der Rekord vor allem deshalb, weil er trotz leicht gestiegener Durchschnittsheizwerte erreicht wurde. Ein höherer Heizwert begrenzt normalerweise die Menge, die pro Stunde verarbeitet werden kann.
Im Schnitt bewältigte jede Anlage im Jahr 2024 rund 281.000 Tonnen Abfall, ein leichter Zuwachs im Vergleich zu 2023.
„Auch bei Windstille und nachts“
Doch die Branche will nicht nur als Entsorger wahrgenommen werden, sondern zunehmend als wichtiger Baustein der Energieversorgung. Laut ITAD wurden 2024 rund 10,5 Millionen MWh Wärme und rund 15,5 Millionen MWh Prozessdampf exportiert. Insgesamt standen damit rund 26 Millionen MWh extern genutzte Abwärme zur Verfügung.
Auch bei der Stromerzeugung sehen sich die Anlagenbetreiber als stabile Säule im Energiemix. Die Produktion lag bei insgesamt 10,5 Millionen MWh, wovon der Großteil – etwa 8,0 Millionen MWh – direkt ins Netz eingespeist wurde. Die thermischen Abfallbehandlungsanlagen leisteten somit einen „verlässlichen Beitrag zur kommunalen Wärmeversorgung und zur Stromerzeugung“, so die ITAD. Dies gelte insbesondere „auch bei Windstille und nachts“ – ein kaum verhohlener Verweis auf die sogenannte Dunkelflaute, bei der Wind- und Solarenergie ausfallen.