Drittes Quartal
Wind und Sonne statt fossiler Energieträger: Im dritten Quartal stammten fast zwei Drittel des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen. Das ist ein neuer Höchststand für diese Jahreszeit.
Erneuerbare Energien erreichen Rekordanteil im Sommer
Die erneuerbaren Energiequellen haben im Sommer mehr als zwei Drittel zur deutschen Stromproduktion beigetragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im dritten Quartal 2025 insgesamt 98,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Das entspricht einem Zuwachs von 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Damit erreichten die erneuerbaren Energien einen Anteil von 64,1 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms – ein neuer Höchststand für ein drittes Quartal. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei 63,5 Prozent gelegen. Mit diesem Anstieg nähert sich die Bundesrepublik den Ausbauzielen der Bundesregierung weiter an. Die politische Vorgabe lautet, bis zum Jahr 2030 insgesamt 80 Prozent des Bruttostromverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken.
Windkraft festigt Position als Rückgrat
Der Haupttreiber dieser Entwicklung bleibt die Windkraft. Mit einem deutlichen Plus von 10,5 Prozent bei der erzeugten Strommenge gegenüber dem Vorjahresquartal untermauert sie ihren Status als wichtigster Energieträger im deutschen Strommix. Ihr Anteil an der Gesamtproduktion lag bei 26,8 Prozent.
Auch die Photovoltaik setzt ihren Wachstumskurs fort. Die Erzeugung legte um 3,2 Prozent zu, was einem Anteil von 24,1 Prozent entspricht. Damit rangiert die Solarenergie als zweitwichtigste Quelle noch vor der Kohle. Sowohl Wind- als auch Photovoltaik-Energie erreichten damit historische Bestwerte für ein drittes Quartal.

Spiegelbildlich zum Aufstieg der erneuerbaren Energien verläuft der Abstieg der fossilen Giganten. Die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge sank im dritten Quartal 2025 um weitere 2,2 Prozent. Mit einem verbliebenen Anteil von 20,6 Prozent ist die Kohle nur noch der drittwichtigste Energieträger.
Ein Blick in die jüngere Vergangenheit verdeutlicht die Dynamik dieses Verdrängungswettbewerbs. Noch im dritten Quartal 2022, mitten in der Energiekrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, stützte sich die deutsche Stromversorgung zu 36,2 Prozent auf Kohle. Ein Jahr später war der Anteil bereits auf 23,4 Prozent gefallen, bevor er 2024 auf 21,5 Prozent sank. Hohe CO2-Preise im europäischen Emissionshandel machen den Betrieb alter Meiler zunehmend unrentabel, während erneuerbare Energien mit Grenzkosten von nahezu Null in das Netz drängen.
Erdgas als flexibler Partner
Ganz ohne fossile Unterstützung kommt das System jedoch nicht aus, wie die Daten zu Erdgas zeigen. Entgegen dem Trend bei der Kohle stieg die Verstromung von Erdgas um 8,1 Prozent an. Der Anteil am Strommix erhöhte sich damit leicht von 11,3 auf 12,0 Prozent.
Gaskraftwerke fungieren in diesem System zunehmend als Instrument zur Lastspitzenabdeckung und zur Systemstabilisierung. Inzwischen hat sich die Bundesregierung auf eine Kraftwerksstrategie geeinigt, die den Zubau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke vorsieht, um die Versorgungssicherheit während und nach dem Kohleausstieg zu gewährleisten. Geplant sind Ausschreibungen im Umfang von bis zu 10 Gigawatt steuerbarer Leistung. Die Details müssen jedoch noch im Gesetzgebungsverfahren geklärt werden.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte im September zudem eine stärkere Kostenorientierung beim Umbau des Energiesystems in Richtung Klimaneutralität angekündigt und zehn Maßnahmen vorgeschlagen, darunter die Abschaffung der fixen Einspeisevergütung für Photovoltaik-Neuanlagen.