Neuzulassungen
Nahezu jeder fünfte Neuwagen in Deutschland war 2025 ein reines Elektroauto. Doch der erhoffte Hochlauf der Elektromobilität vollzieht sich weiterhin nur langsam. Die Prognosen für 2026 sind verhalten.
Elektroauto-Absatz 2025: Warum das Plus trügt
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) verzeichnet für 2025 insgesamt 545.142 reine Elektro-Pkw (BEV) – ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die hohe Wachstumsrate erklärt sich jedoch weniger aus einer neuen Marktdynamik als aus dem schwachen Vergleichsjahr 2024. Im Dezember 2023 hatte die damalige Bundesregierung überraschend das Ende des sogenannten Umweltbonus verkündet. Die Folgen zeigten sich 2024 unmittelbar: Vorgezogene Käufe aus der Jahresend-Rallye und eine breite Verunsicherung unter potenziellen Käufern ließen die BEV-Neuzulassungen um rund 30 Prozent einbrechen.
Fachleute sehen deshalb noch keinen echten Hochlauf bei der Elektromobilität in Deutschland. „Die Zahlen deuten auf den ersten Blick auf einen Elektro-Boom hin“, sagt Constantin Gall, Verkehrsexperte der Beratungsgesellschaft EY. „Tatsächlich aber gleicht das starke Wachstum des Jahres 2025 nur den Absatzeinbruch des Jahres 2024 aus.“
Im Vergleich zu 2023, als die Neuzulassungen mit über 520.000 Einheiten ihren bisherigen Höchstwert erreicht hatten, liege die Steigerung im vergangenen Jahr bei lediglich rund vier Prozent, rechnet Gall vor. Der erhoffte Hochlauf vollziehe sich deutlich langsamer und zäher als erwartet.
Auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sieht die Entwicklung kritisch: „Der Pkw-Gesamtmarkt hat 2025 zugelegt und liegt leicht über den Prognosen der Hersteller. Der Anteil der batterieelektrischen Fahrzeuge bleibt allerdings hinter den Erwartungen zurück“, sagt VDIK-Präsidentin Imelda Labbé.

Dennoch verschiebt sich das Gewicht im deutschen Neuwagenmarkt. Nahezu jeder fünfte Pkw, der 2025 erstmals zugelassen wurde, war ein reines Batteriefahrzeug. Mit einem Marktanteil von gut 19 Prozent legten die Elektroautos gegenüber dem Vorjahr um rund 5,6 Prozentpunkte zu. Am Gesamtbestand aller in Deutschland zugelassenen Pkw machen sie allerdings weiterhin nur rund vier Prozent aus.
Insgesamt zog die Nachfrage nach Neuwagen über alle Antriebsarten hinweg an, besonders zum Jahresende. Dem KBA zufolge kamen 2025 in Deutschland rund 2,86 Millionen Pkw neu auf die Straßen, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für das laufende Jahr mit einer moderaten Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die Prognose liegt bei rund 2,9 Millionen Neuzulassungen, was einem Plus von knapp zwei Prozent entspräche. Vom bisherigen Rekordjahr 2019 trennt den Markt damit noch ein erheblicher Abstand: Damals wurden 3,6 Millionen Pkw neu zugelassen – fast 20 Prozent mehr als für 2026 erwartet.
Neue Kaufprämie soll Impulse setzen
Die Bundesregierung versucht, die Elektromobilität zu fördern. Im Oktober 2025 kündigte sie die Wiedereinführung einer staatlichen Kaufprämie für Elektroautos an, die im Laufe dieses Jahres starten soll. Anders als der frühere Umweltbonus setzt das neue Programm auf eine soziale Staffelung.
Die Eckpunkte sehen eine Basisprämie von 3.000 Euro vor, die Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 80.000 Euro zugutekommt. Familien können zusätzlich bis zu 1.000 Euro erhalten und Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 3.000 Euro weitere 1.000 Euro. Die maximale Fördersumme beträgt somit 5.000 Euro. Das Programm richtet sich ausschließlich an Privathaushalte; gewerbliche Halter sind ausgeschlossen. Auch Plug-in-Hybride sollen wieder förderfähig sein. Für die Finanzierung stehen drei Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit.
Der Start steht allerdings unter dem Vorbehalt der beihilferechtlichen Genehmigung durch die EU-Kommission. Ob die Prämie den stockenden Hochlauf tatsächlich beschleunigt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Erfahrungen mit dem Umweltbonus zeigen, dass staatliche Zuschüsse kurzfristig Nachfrage generieren können – aber auch Mitnahmeeffekte und Abwartehaltungen auslösen. Für eine nachhaltige Marktdurchdringung bleiben Ladeinfrastruktur, Fahrzeugangebot im Einstiegssegment und Strompreisentwicklung die entscheidenden Stellgrößen.

