Mehrwegbecher

50.000 Becher, 175.000 Besucher, acht Tage Dauerbetrieb. Die Messe Düsseldorf hat auf der K 2025 erstmals ein umfassendes Mehrwegsystem getestet. Jetzt haben die Veranstalter ein Fazit gezogen.

K 2025: So lief der Mehrweg-Praxistest in Düsseldorf


Wer im Oktober auf der K 2025 einen Kaffee bestellte, bekam ihn in einem weißen Becher aus expandiertem Polypropylen serviert. Das Gefäß wanderte nach dem Trinken nicht in den Müll, sondern in einen der rund 50 Sammelbehälter auf dem Messegelände. Innerhalb einiger Stunden wurde es gespült und wieder befüllt. Acht Tage lang, 175.000 Besucher, 50.000 Becher im Umlauf – es war das erste Mal, dass die Messe Düsseldorf ein umfassendes System für wiederverwendbare Becher umsetzte.

Nach Abschluss der Messe zieht der Veranstalter nun eine positive Bilanz: Technisch bewährte sich das System. Das Material, das Borealis aus chemisch recycelten Rohstoffen herstellte, hielt den Belastungen stand. „Die Einführung eines Becherrückgabesystems bei einer so großen und komplexen Veranstaltung wie der K 2025 war für uns ein bedeutender Schritt“, sagt Thomas Franken, Director der K, Messe Düsseldorf. „Es hat gezeigt, dass Besucher:innen bereit sind, sich auf Kreislauflösungen einzulassen, und dass eine groß angelegte Wiederverwendung in der Praxis funktionieren kann.“ 

Was in Düsseldorf erprobt wurde, gewinnt für die Branche insgesamt an Bedeutung. Die EU-Verpackungsverordnung PPWR verpflichtet gastronomische Betriebe ab 2028, wiederverwendbare Behältnisse für den Vor-Ort-Verzehr anzubieten. Bis 2040 sollen die Verpackungsabfälle in der EU um 15 Prozent gegenüber 2018 sinken. Messeveranstalter, die auf ihren Geländen Gastronomie betreiben, müssen sich auf diese Vorgaben einstellen.

Auch bei Borealis sieht man das Projekt als Referenz für künftige Anwendungen. „Gemeinsam haben wir gezeigt, dass es möglich ist, Kreislaufsysteme auch in großen, komplexen Umgebungen zu implementieren“, erklärte Philip Knapen, der bei Borealis für die Anwendungsentwicklung im Konsumgüterbereich zuständig ist.

Großteil der Becher wurde gespendet

Nach Ende der Messe gingen die Mehrwegbecher unterschiedliche Wege. Die vor Ort verbliebenen Becher wurden gesammelt, gespült und für die Wiederverwendung vorbereitet. Von den insgesamt rund 20.000 Bechern wurden mehr als 4.000 an Pfadfindergruppen und kleinere soziale Projekte in Düsseldorf gespendet, während der Großteil von fast 15.000 Bechern an die Diakonie Düsseldorf ging.

Die restlichen Becher, die aus dem Restmüll zurückgewonnen oder als beschädigt identifiziert wurden, werden bei mtm plastics in Deutschland, einem Unternehmen der Borealis-Gruppe, mechanisch recycelt, um Rohstoffe für neue Anwendungen zu gewinnen.  

320°/re

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