Tarifverhandlungen
In den laufenden Tarifverhandlungen bei Veolia Umweltservice verhärten sich die Fronten. In fünf Bundesländern legten Veolia-Beschäftigte am Montag die Arbeit nieder. Worum es bei dem Konflikt geht.
Warnstreik bei Veolia in fünf Bundesländern
Beim Entsorgungsdienstleister Veolia Umweltservice Ost haben Beschäftigte in mehreren Bundesländern die Arbeit niedergelegt. Der eintägige Warnstreik betrifft Standorte in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen. Insgesamt sind in den betroffenen Ländern nach Gewerkschaftsangaben rund 1.400 Veolia-Beschäftigte tätig.
Die Gewerkschaft Verdi begründet den Ausstand mit der fehlenden Verhandlungsbereitschaft des Arbeitgebers in den laufenden Tarifverhandlungen. Im Zentrum der Kritik steht das bisherige Angebot von Veolia: Eine Erhöhung um 45 Cent pro Stunde bleibe nicht nur deutlich unter der anstehenden Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns um 1,08 Euro, sondern verringere den Abstand zwischen Tariflöhnen und Mindestlohn weiter.
Verdi fordert 300 Euro mehr pro Monat
Nach Angaben von Verdi beteiligten sich in Dresden 160 Beschäftigte aus sächsischen Standorten am Warnstreik. In Thüringen kamen in Gera 60 und in Nordhausen 30 Beschäftigte zusammen. In Berlin nahmen laut Gewerkschaftssekretär Lion Bintz etwa 80 Mitarbeiter an einer Kundgebung teil.
Verdi fordert eine monatliche Entgelterhöhung von 300 Euro, die Einführung von Erfahrungsstufen sowie Regelungen zu Erschwernis- und Schmutzzulagen. Die angestrebte Laufzeit beträgt zwölf Monate.
Veolia verweist darauf, dass das Unternehmen bereits Tariflöhne zahle, die deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn lägen und sich an Branchenstandards orientierten. Die geforderten Erfahrungszulagen seien im bestehenden Manteltarifvertrag bereits in Form von Prämien für Betriebszugehörigkeit enthalten. Erschwernis- und Schmutzzulagen könnten zudem nicht auf Ebene einer einzelnen GmbH verhandelt werden, sondern müssten in den Manteltarifvertragsverhandlungen geregelt werden.
„Wir suchen nach Lösungen, die fair für unsere Mitarbeitenden sind und gleichzeitig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens berücksichtigen“, erklärt das Unternehmen. Die nächste Verhandlungsrunde der Tarifparteien findet am 23. März in Leipzig statt.