Gebrauchte IT-Geräte

Siemens, Telekom, Audi – die Liste der afb-Lieferanten wächst. Mehr als 2.000 Organisationen gaben im vergangenen Jahr gebrauchte IT-Geräte an den gemeinnützigen Refurbisher ab. Die Geräte durchlaufen einen mehrstufigen Aufbereitungsprozess.

IT-Refurbishing: afb meldet Wachstum bei aufbereiteten Geräten


Der gemeinnützige IT-Refurbisher afb social & green IT hat im Geschäftsjahr 2025 rund 728.000 gebrauchte IT- und Mobilgeräte aufbereitet, etwa 54.000 mehr als im Vorjahr. Nach Berechnungen des Unternehmens wurden dadurch 68.200 Tonnen CO2-äquivalente Emissionen gegenüber der Neuproduktion vermieden. Das entspricht einem Anstieg der vermiedenen Emissionen um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie das Unternehmen bei seiner Jahrespressekonferenz am vergangenen Donnerstag mitteilte.

Einen Zuwachs verzeichnet afb auch bei der eingesparten Primärenergie: Mit 261.400 Megawattstunden lag der Wert zwölf Prozent über dem des Vorjahres. Der Wirkungsbericht weist darüber hinaus Einsparungen von 483 Millionen Litern Wasser und 33.500 Tonnen eisenäquivalenter Rohstoffe aus, darunter Metalle und Kunststoffe. Der Refurbisher stützt die Berechnungen auf einen Vergleich mit dem Ressourcenbedarf von Neugeräten, der nach eigenen Angaben wissenschaftlich validiert wurde.

Neue Partner aus Industrie und öffentlicher Verwaltung

Hinter dem Zuwachs steht eine breitere Beschaffungsbasis: Laut afb lieferten im vergangenen Jahr mehr als 2.000 Organisationen gebrauchte Geräte an das gemeinnützige Unternehmen. Zu den Lieferanten zählen Konzerne wie Siemens, die Deutsche Telekom und Pfizer. 2025 kamen unter anderem Audi, Vinci und Zurich sowie mehrere Fraunhofer- und Leibniz-Institute hinzu.

Zusätzlich schloss das Unternehmen Rahmenverträge mit öffentlichen Auftraggebern ab. Vertragspartner sind das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums sowie die kommunale Einkaufs- und Dienstleistungsgenossenschaft ProVitaKo.

Die abgeholten Geräte durchlaufen bei afb einen mehrstufigen Aufbereitungsprozess, der von der zertifizierten Datenlöschung über die Reinigung und technische Prüfung bis zur Installation aktueller Software reicht. Rund sieben von zehn abgeholten Geräten gingen anschließend in das Remarketing. Die ReUse-Quote von 71 Prozent liegt nach Angaben des Unternehmens über dem europäischen Branchendurchschnitt. Die verbleibenden Geräte werden recycelt.

Für die abgebenden Unternehmen ergibt sich daraus ein weiterer Effekt: Da afb jedes einzelne Gerät erfasst, erhalten die Partnerunternehmen jährlich individuelle Wirkungsdaten zu den eingesparten Emissionen, Rohstoffen und Ressourcen. Diese Kennzahlen lassen sich direkt in die Nachhaltigkeitsberichterstattung überführen.

DaaS-Segment als zusätzliches Geschäftsmodell

Künftig will afb stärker im Leasing- und DaaS-Segment Fuß fassen. Im DaaS-Modell beschaffen Unternehmen IT-Hardware als Dienstleistung statt als Eigentum. Am Ende des Nutzungszyklus müssen die Geräte professionell aufbereitet oder verwertet werden.

Dass Geschäftsführer Daniel Büchle auf dieses Segment setzt, hat Gründe: Die wachsende Verbreitung von Device-as-a-Service-Modellen zählt neben Engpässen bei Speicherchips und verschärften gesetzlichen Vorgaben im Umwelt- und Klimaschutz zu den Wachstumsfaktoren für den Refurbished-IT-Markt. afb verweist auf Wirtschaftsprognosen, die vor diesem Hintergrund von einer Verdreifachung des Marktwerts für refurbished IT in den kommenden zehn Jahren ausgehen.

Daten des Digitalverbands Bitkom aus dem Jahr 2024 stützen die Wachstumserwartung: Demnach setzten 15 Prozent der deutschen Unternehmen bereits Refurbished-IT ein – gegenüber vier Prozent im Jahr 2022. Weitere 15 Prozent zogen den Einsatz in Erwägung. Drei Viertel der befragten Unternehmen schrieben wiederaufbereiteten Geräten einen nennenswerten Beitrag zur Ressourcenschonung zu.

Inklusionsunternehmen mit 700 Beschäftigten

afb betreibt 20 Standorte in Deutschland, Österreich, Frankreich, der Schweiz und der Slowakei. Der Hauptsitz befindet sich in Ettlingen, Baden-Württemberg. Von den insgesamt rund 700 Mitarbeitenden sind 49 Prozent Menschen mit Behinderung, angestellt am ersten Arbeitsmarkt. Das Kürzel afb steht für „Arbeit für Menschen mit Behinderung“. Das Unternehmen wurde 2004 in Ettlingen gegründet und bezeichnet sich als Europas größten gemeinnützigen IT-Dienstleister.

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