Parallelhybridantrieb

Erstmals soll ein Parallelhybridantrieb in einem schweren militärischen Kettenfahrzeug zum Einsatz kommen. Rolls-Royce Power Systems übernimmt als Generalunternehmer die Entwicklung des Powerpacks. ZF liefert das elektrifizierte Lenkschaltgetriebe.

Rolls-Royce und ZF entwickeln Hybridantrieb für Kampfpanzer


Der Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems und der Autozulieferer ZF wollen gemeinsam einen Parallelhybridantrieb für das deutsch-französische Kampfpanzersystem MGCS entwickeln. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat Rolls-Royce Power Systems als Generalunternehmer für das Antriebssystem beauftragt. ZF steuert als Partner ein elektrifiziertes Lenkschaltgetriebe bei, wie die Unternehmen in Friedrichshafen mitteilten.

Das sogenannte Powerpack soll eine Systemleistung von mehr als 1.400 Kilowatt erreichen. Mit dieser Energie könnte man ein kleines Dorf mit Strom versorgen. Der neue Motor ist laut Unternehmensangaben auf hohe Lastwechsel, militärische Anforderungen und den steigenden elektrischen Energiebedarf moderner Gefechtsfahrzeuge ausgelegt.

Zudem soll ein neu entwickeltes elektrifiziertes Lenkschaltgetriebe die Manöver agiler machen und die Effizienz steigern. Geplant ist auch ein hybridisiertes Kühlsystem, das zusammen mit einem adaptiv geregelten Motor die Gesamteffizienz deutlich erhöhen soll. Gleichzeitig werde der Hauptantrieb wenig Bauraum und Gewicht benötigen. 

Geplantes Powerpack mit Systemleistung von 1.400 Kilowatt | Foto: Rolls-Royce Power Systems

Wie die Unternehmen mitteilen, soll das MGCS (Main Ground Combat System) langfristig die Kampfpanzer Leopard 2 und Leclerc ersetzen. Die ersten Prototypen des Antriebssystems sollen Ende der 2020er Jahre erprobt werden. Eine mögliche Serienfertigung wäre nach aktuellem Stand Anfang der 2030er Jahre denkbar.

Rolls-Royce Power Systems übernimmt als Generalunternehmer die Entwicklung des Hauptantriebs. ZF ist für das elektrifizierte Lenkschaltgetriebe verantwortlich, das Teil des Gesamtsystems ist. Die Kombination beider Komponenten bildet die Grundlage für den erstmals bei schweren militärischen Kettenfahrzeugen eingesetzten Parallelhybrid-Ansatz.

320°/dpa/re

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