Elektromobilität
Weniger als zehn Prozent der deutschen Mehrfamilienhäuser verfügen über Ladepunkte für E-Autos. Die Wohnungswirtschaft sieht darin das zentrale Hemmnis für den Durchbruch der Elektromobilität. Damit bleibe der E-Auto-Zuschuss der Bundesregierung wirkungslos.
Wohnungswirtschaft warnt: Ohne Ladepunkte kein E-Auto-Boom
Der Mangel an Ladepunkten für Mieter ist nach Einschätzung der bayerischen Wohnungsunternehmen ein entscheidendes Hemmnis für den Durchbruch der Elektromobilität. Ohne eine flächendeckende und wirtschaftlich tragfähige Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern werde sich die Elektromobilität nicht durchsetzen, prophezeit der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW). Der von der Bundesregierung angekündigte E-Auto-Zuschuss für Normal- und Geringverdiener werde an der Situation nicht viel ändern, wenn nicht gleichzeitig Ladepunkte in Mehrfamilienhäusern gefördert werden.
Die fehlenden Ladepunkte in klassischen Mietshäusern sind bereits seit Jahren ein Thema. Nach Zahlen der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur gibt es in Deutschland 21 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit insgesamt 8,9 Millionen dazugehörigen Autostellplätzen. Der Gesamtverband der Deutschen Wohnungswirtschaft schätzt, dass weniger als zehn Prozent dieser Gebäude mit Wallboxen oder Ladepunkten ausgestattet sind. Das liegt unter anderem an der Technik: So sind Starkstromanschlüsse notwendig, die es in den meisten Tiefgaragen nicht gibt.
„Elektromobilität entscheidet sich im Alltag und der beginnt vor der Haustür“, sagte VdW-Direktor Hans Maier. Nach Einschätzung des Verbands wäre eine verlässliche Lademöglichkeit für viele Mieterinnen und Mieter die Voraussetzung, um auf ein Elektroauto umzusteigen. Zwar ist die Zahl der öffentlichen Ladesäulen in den Städten in den vergangenen Jahren gestiegen, doch ist das Laden dort in der Regel teurer als für Einfamilienhausbesitzer, die sich eine private Wallbox – häufig in Kombination mit einer Solaranlage auf dem Dach – installieren.
Die Bundesregierung will Kauf oder Leasing von E-Autos wieder bezuschussen – abhängig von Einkommen, Kinderzahl und Auto soll es zwischen 1.500 und 6.000 Euro geben. Die Einkommensgrenze soll bei 80.000 Euro jährlichem Haushaltseinkommen liegen, mit Zusatzbonus von bis zu 10.000 Euro für zwei Kinder.
