Treibhausgasemissionen
Der Rückgang der deutschen Treibhausgasemissionen hat sich 2025 auf 0,1 Prozent verlangsamt – der niedrigste Wert seit Jahren. Bundesumweltminister Schneider fordert zusätzliche Maßnahmen.
Deutschland hält Klimaziele ein – aber nur knapp
Bundesumweltminister Carsten Schneider mahnt mehr Anstrengungen beim Klimaschutz in Deutschland an. Die Fortschritte bei der Reduktion des Treibhausgas-Ausstoßes seien zu gering, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Deutschland hielt nach den Daten des Umweltbundesamts (UBA) im vergangenen Jahr seine Klimaziele zwar ein – aber nur knapp. Der Rückgang klimaschädlicher Emissionen habe sich verlangsamt, teilte das Amt mit.
Nach den UBA-Daten sank der Ausstoß an Treibhausgasen im Jahr 2025 um 0,1 Prozent gegenüber 2024. Die gesamten Emissionen lagen bei 648,9 Millionen Tonnen sogenannter CO2-Äquivalente. Damit wurde die nach dem Klimaschutzgesetz zulässige Gesamtmenge um rund 12,8 Millionen Tonnen unterschritten.
Seit 1990 hat Deutschland damit seine Treibhausgasemissionen um 48 Prozent reduziert, heißt es im UBA-Bericht. Das Ziel, den Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, bleibt laut aktueller Projektion erreichbar. Dafür seien allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen nötig. Die Bundesregierung will Ende März ein Klimaschutzprogramm vorstellen. Die UBA-Berechnungen werden nun von einem Expertenrat für Klimafragen, einem unabhängigen Gremium aus Wissenschaftlern, überprüft.
In den einzelnen Sektoren ergibt sich ein gemischtes Bild. In der Industrie sanken die Emissionen 2025 aufgrund der schwachen Konjunktur. Das UBA nennt als wesentliche Gründe geringere Produktionsmengen in energieintensiven Branchen und den sinkenden Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Gas. Nahezu unverändert blieben die Emissionen in der Energiewirtschaft und der Landwirtschaft.
Sorgenkinder Gebäude und Verkehr
Großen Handlungsbedarf sieht das Umweltbundesamt im Verkehr und bei Gebäuden. In beiden Sektoren stiegen die Emissionen sogar, die Klimaziele wurden erneut verfehlt. Trotz eines stetig wachsenden Bestands an Elektroautos sei 2025 der Absatz fossiler Kraftstoffe verglichen mit dem Vorjahr gestiegen.
Im Gebäudesektor sei die Steigerung der Emissionen vor allem auf die kühlere Witterung in der Heizperiode zurückzuführen, heißt es. Das Tempo beim Umstieg auf klimafreundliche Energien sei noch zu niedrig.
Droht „Klimalücke“ durch Reform?
Union und SPD wollen das von der Ampel und maßgeblich vom ehemaligen Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) vorangetriebene Gebäudeenergiegesetz grundlegend reformieren. Zentrale Vorgaben des sogenannten „Heizungsgesetzes“ sollen gekippt werden. Die Eckpunkte der Reform sehen vor, dass der Einbau von Gas- und Ölheizungen auch weiterhin möglich sein soll, sofern ab 2029 anteilig klimafreundliche Brennstoffe genutzt werden.
Umweltverbände warnen jedoch vor Rückschritten beim Klimaschutz. In einer Studie des Öko-Instituts heißt es, die geplanten Änderungen würden zu deutlich höheren Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor führen.