Zahlen für 2024

Die schwache Bautätigkeit schlägt auf das Aufkommen von Bau- und Abbruchabfällen durch. Neue Destatis-Zahlen für 2024 zeigen einen Rückgang um mehr als 13 Prozent. Besonders das Bauschuttrecycling verliert an Volumen.

Deutlich weniger Bauabfälle in Deutschland


Die Flaute am Bau hinterlässt mittlerweile tiefe Spuren – auch dort, wo die Abfälle landen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, haben Bauschuttaufbereitungs- und Asphaltmischanlagen in Deutschland im vergangenen Jahr nur noch knapp 76 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle angenommen. Gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2022 ist das ein Minus von 13,2 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang beim klassischen Bauschutt – also Beton, Ziegel, Fliesen und Keramik. Mit 36,4 Millionen Tonnen macht er zwar weiterhin den größten Einzelposten aus (48 Prozent), doch gegenüber 2022 fehlen 8,7 Millionen Tonnen. Das entspricht einem Einbruch von fast einem Fünftel.

Auf Straßenaufbruch, also Bitumengemische und teerhaltige Produkte, entfielen rund 15,9 Millionen Tonnen oder 21 Prozent des Gesamtaufkommens. Weitere 12,6 Millionen Tonnen (16,7 Prozent) steuerte Bodenaushub einschließlich Gleisschotter bei.

Grafik: picture alliance/dpa-Infografik

Den weitaus größten Anteil der Verarbeitung stemmen die Bauschuttaufbereitungsanlagen: 61,9 Millionen Tonnen liefen 2024 durch ihre Brecher und Siebe – gut 81 Prozent der Gesamtmenge. Die restlichen knapp 14 Millionen Tonnen übernahmen Asphaltmischanlagen. Dabei gibt es zwischen beiden Anlagentypen enge Verflechtungen: Allein 9,7 Millionen Tonnen vorbehandelter Bauabfälle wurden von Bauschuttanlagen an die Asphaltproduktion weitergeleitet.

Weniger Bau, weniger Schutt, weniger Recycling

Der Mengenrückgang bei den aufbereiteten Bauabfällen spiegelt offenbar die schwache Bautätigkeit wider. Weniger Neubau bedeutet weniger Erdarbeiten und Bodenaushub und tendenziell auch weniger anfallenden Bauschutt. Gleichzeitig sinkt damit auch das Volumen, das für die Produktion von Recycling-Baustoffen zur Verfügung steht.

Laut Destatis ist die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2024 um 16,8 Prozent auf nur noch 215.900 gesunken – der niedrigste Stand seit 2010. Im Neubau lag der Rückgang bei Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern jeweils bei rund 20 Prozent. Als Hauptursachen gelten hohe Baukosten, gestiegene Finanzierungszinsen und eine schwache Investitionsbereitschaft.

320°/re

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