Kooperation
TSR zerlegt die Batterien, BASF macht Schwarzmasse daraus. Beide Konzerne setzen auf eine strategische Recycling-Partnerschaft. Künftig soll die Kooperation noch ausgebaut werden.
BASF und TSR schmieden Recycling-Allianz für Batterien
Der Metallrecycler TSR und der Chemiekonzern BASF bündeln ihre Kräfte im Batterierecycling. Die Arbeitsteilung sieht vor, dass TSR die ausgedienten E-Auto-Batterien zerlegt und über sein Joint Venture BLC (Battery Lifecycle Company) entlädt. BASF verarbeitet sie anschließend im brandenburgischen Schwarzheide zu Schwarzmasse – einem Konzentrat, das die für neue Batterien entscheidenden Metalle Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan enthält.
Die BASF-Anlage in Schwarzheide wurde Mitte 2025 in Betrieb genommen und zählt zu den größten kommerziellen Schwarzmasse-Anlagen in Europa. Ausgelegt ist sie auf 15.000 Tonnen ausgediente Batterien und Produktionsausschüsse pro Jahr – das entspricht rund 40.000 E-Auto-Batterien. BLC betreibt unter anderem die nach eigenen Angaben weltweit erste vollautomatische Tiefenentladungsanlage in Magdeburg.
Beide Seiten betonen die strategische Dimension der Partnerschaft. Daniel Schönfelder, Leiter Battery Materials bei BASF, sieht in solchen Kooperationen eine Voraussetzung, um das Batterierecycling in Europa schneller zu skalieren. TSR-Geschäftsführer Marc Affüpper verweist auf die Notwendigkeit, „belastbare Strukturen“ für die Rückführung kritischer Rohstoffe aufzubauen.
Der Zeitpunkt der Kooperation dürfte kein Zufall sein. Seit Februar 2024 ist die EU-Batterieverordnung in Kraft, die der Industrie enge Fristen setzt: Ab 2031 müssen neue Traktions-, Industrie- und Starterbatterien verbindliche Mindestrezyklatanteile enthalten: 16 Prozent recyceltes Kobalt, 6 Prozent Lithium, 6 Prozent Nickel. Ab 2036 steigen die Quoten noch einmal deutlich. Parallel dazu schreibt die Verordnung vor, dass die Recyclingeffizienz für Lithium-Ionen-Batterien bis 2031 mindestens 70 Prozent des Batteriegewichts erreichen muss.
Für Autohersteller und Zellproduzenten heißt das: Sie brauchen gesicherte Lieferanten für Sekundärmaterial – der Aufbau solcher Lieferketten beansprucht in der Regel mehrere Jahre.
Noch gibt es kaum alte Batterien
Kurzfristig fehlt der Kooperation allerdings das Ausgangsmaterial: Die meisten seit 2020 zugelassenen Elektrofahrzeuge sind noch im Betrieb, größere Rücklaufmengen an ausgedienten Batterien erwarten Branchenexperten erst ab Anfang der 2030er-Jahre – den Großteil der End-of-Life-Batterien aus dem Pkw-Bereich sogar erst ab etwa 2035. Aktuell verarbeiten die meisten Recyclinganlagen in Europa vor allem Produktionsausschüsse aus der Zellherstellung und nicht Altbatterien aus dem Straßenverkehr.
Beide Unternehmen prüfen deshalb weitere gemeinsame Aktivitäten. Bei der Schwarzmasseproduktion fallen neben dem eigentlichen Konzentrat auch metallhaltige Reststoffe an – etwa Kupfer und Aluminium aus Zellgehäusen. Deren Verwertung wollen TSR und BASF künftig gemeinsam organisieren, ebenso wie die Zusammenarbeit in der Batterielogistik.








