Upcycle-Verfahren
Was bisher in der Verbrennung landete, soll künftig im Kreislauf bleiben. Am TriPlast-Standort in Enns beginnen die Bauarbeiten für eine neue Anlage, die Sortierreste für das Recycling aufbereitet. Mitte 2027 soll sie laufen.
Sort4cycle: Baustart für neue Recyclinganlage für Sortierreste
Am österreichischen Standort der Kunststoffsortieranlage TriPlast haben die Bauarbeiten für das Folgeprojekt „Sort4cycle“ begonnen. Die Anlage kostet rund 40 Millionen Euro und soll Mitte 2027 den Betrieb aufnehmen. Hinter dem Vorhaben stehen dieselben drei Partner, die auch TriPlast betreiben: die Altstoff Recycling Austria AG (ARA), der oberösterreichische Entsorger Bernegger und Der Grüne Punkt.
Die Anlage zielt auf Sortierreste, die aufgrund von Verschmutzung, Strukturen oder Größe nicht recyclingfähig sind. Zum Einsatz kommt das von der ARA entwickelte und patentierte Verfahren Upcycle. Über eine vorgeschaltete Feinsortierung werden einzelne Fraktionen gezielt gereinigt. Am Ende steht eine angereicherte Polyolefin-Fraktion, die im chemischen Recycling zu einem Sekundärrohstoff verarbeitet werden soll – mit dem Ziel, ihn auch für sensible Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen wieder zuzulassen.
Die geplante Jahreskapazität liegt bei 41.000 Tonnen. Das Material stammt aus der benachbarten TriPlast-Sortierung, soll aber auch aus anderen Sortieranlagen zugeführt werden.
Neben dem Upcycle-Verfahren gehört eine KI-gestützte Nachsortierung zum Konzept. Sie soll aus komplexen Stoffströmen ein hochreines Material gewinnen und es für das mechanische Recycling aufbereiten. Nach Darstellung der Betreiber entstehe damit die „technologische Grundlage für zukünftige lebensmitteltaugliche Rezyklate auf mechanischem Weg“ – also ein zweiter Pfad neben dem chemischen Recycling, über den künftig Material in den Food-Grade-Bereich gelangen könnte.

